Ihr Kind begreift die Welt
Rund um Ergotherapie

Ergotherapie auf Rezept
Manche Kinder lernen langsamer als andere. Das ist ganz normal. Gelegentlich hinken sie ihren Altersgenossen aber stark hinterher. Sie haben kein Gleichgewicht beim Rollern, können nicht malen oder die Sinneseindrücke richtig verarbeiten. Sie haben nicht gelernt, die Reize der Umwelt zu verstehen und auf sie einzugehen. In diesen Fällen setzt die Ergotherapie ein. Sie versucht, dem Kind zu zeigen, wie es mit verschiedenen Reizen umgehen kann. Kinder, die das nicht können, fallen häufig unangenehm auf. Sie können sich in keine Gruppe integrieren und haben wenige oder keine Freunde. Entsprechend leiden auch die schulischen Leistungen. Je früher das erkannt wird desto besser. Die Ergotherapie kann am besten helfen, wenn sich motorische Schwierigkeiten noch nicht verfestigt haben. In der Regel startet eine solche Therapie aber erst ab dem vierten Geburtstag. Häufig dauert sie neun bis zwölf Monate und findet jeweils ein bis zweimal die Woche für 45 Minuten statt.
Was passiert bei der Ergotherapie?
Das häufigste Ursache, die eine Ergotherapie nötig macht, ist Bewegungsmangel. Denn bei Spiel und Sport lernen Kinder ihren Körper kennen. Sie können ihn beherrschen, das Gleichgewicht halten und wissen, was sie sich zutrauen können. Vielen Kindern fehlt dieses Wissen. Hier setzt die Ergotherapie mit gezielten Bewegungsübungen ein. Beim Schaukeln oder in der Hängematte wird das Gleichgewicht trainiert. Ihr Kind wird bei der Therapie vermutlich viel malen. Dies soll die Handmotorik schulen. Gleichzeitig gibt das Ihrem Kind die Möglichkeit, sich selbst auszudrücken. Insgesamt wird versucht, das Kind für verschiedene Reize aufmerksam zu machen. Farben, Formen, Töne und Bewegungen werden eingeübt. Ihr Kind lernt, seine Umwelt zu begreifen und sich in ihr zurecht zu finden.
Dies geschieht individuell. Ihr Kind muss sich nicht sofort in einer großen Gruppe zurecht finden. Dies ist oft eine Schwierigkeit in der Schule. Der Ergotherapeut kann ganz persönlich auf Ihr Kind eingehen. Seine individuellen Stärken werden gefördert und Schwachstellen angegangen. Durch diese Aufmerksamkeit kann sich Ihr Kind frei entfalten. Es spürt keinen Gruppenzwang und kann sich sein eigenes Tempo zulegen.
Ergotherapie oder Rezepte?
Manche Auffälligkeiten sind nur mit Medikamenten zu behandeln. In vielen Fällen ist dies aber nicht nötig. Eine Ergotherapie ist oftmals heilsamer für ein aufgedrehtes Kind als Beruhigungsmittel. Lassen Sie den Kinderarzt Ihr Kind daher sehr genau untersuchen. Lassen Sie sich gegebenenfalls auch von Fachleuten oder sogar einem sozialpädriatischen Zentrum beraten. Erst danach kann über die Möglichkeit von Medikamenten gesprochen werden.
Erfahrungswerte mit der Ergotherapie
Der Erfolg der Ergotherapie ist wissenschaftlich nicht belegt. Die positiven Ergebnisse dieser Therapie sprechen aber für sich. Kinder genießen oft die ihnen hier geschenkte Aufmerksamkeit. In dieser positiven Umgebung lernt es sich besser. Der Erfolg der Ergotherapie ist also individuell vom Kind abhängig. Daher werden Sie mit Ihrem Therapeuten und dem Kinderarzt ein individuelles Behandlungsziel festlegen. Bei älteren Kindern kann auch der Lehrer eingebunden werden. Auch im Verlauf der Therapie sollten Sie immer Rücksprache mit dem Therapeuten halten. Die persönlichen Entwicklungsschritte Ihres Kindes sollten besprochen werden. Entwickelt es neue Fähigkeiten? Fühlt es sich in der Ergotherapie wohl? Kann es das hier Erlernte in der Schule anwenden? Hierfür ist es wichtig, dass Sie dem Ergotherapeuten vertrauen können. Lassen Sie sich von Freunden beraten. Erfahrungswerte sind hier sehr wichtig. Wenn Ihre Bekannten zufrieden mit der Ergotherapie waren, besteht Hoffnung, dass auch Sie zufrieden sein werden.
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