Erziehung von Zwillingen
Tipps für Eltern von Zwillingen

Zwillinge erziehen
Die Gefahr der Verallgemeinerung ist groß. Immerhin sind sich Zwillinge in so vielen Dingen sehr ähnlich. Gerade eineiige Zwillinge, die genetisch komplett gleich sind, haben es oft schwer, von den Eltern als Individuen anerkannt zu werden. Dabei entwickeln auch Zwillinge schon frühzeitig ganz eigene Charaktereigenschaften. Das eine Kind ist sprachlich begabt, das andere eher ein Sportler. In der Regel ist ein Kind dominanter. Solange das andere Kind hierunter nicht leidet, ist das völlig in Ordnung. Auch das Entwicklungstempo der Kinder kann variieren. Das eine Kind kann früher laufen, das andere ist schneller Trocken. Alle diese Unterschiede müssen von Eltern von Zwillingen erkannt und geschätzt werden. Bei der Erziehung von Zwillingen gibt es einiges zu beachten.
Erziehung von Zwillingen - Eltern von Zwillingen
Daher sollten Sie Ihre Kinder von Anfang an einzeln ansprechen. Formulierungen wie „Na, ihr zwei“ oder „Die Zwillinge haben…“ werden den individuellen Persönlichkeiten Ihrer Kinder nicht gerecht. Des Weiteren sollten Sie offene Vergleiche vermeiden. Es kommt nun einmal vor, dass ein Zwilling brav ist, während der andere gerne über die Stränge schlägt. Dennoch sollten Sie jedes Ihrer Kinder als das lieben, was es ist und kann. Vergleiche fördern nur Konkurrenzdenken oder Minderwertigkeitsgefühle.
Zwillinge halten zusammen
Zwillinge verbringen in den ersten Lebensjahren mit niemandem so viel Zeit wie miteinander. Daher entwickelt sich bei den meisten eine sehr innige Beziehung. Diese hilft ihnen über schwere Zeiten hinweg. Zum Beispiel, wenn die Eltern einmal sehr geschimpft haben. Zwillinge leiden unter dieser Situation viel weniger. Sie haben schließlich einander. Zudem fühlen Sie sich beim Schimpfen der Eltern häufig nicht angesprochen. Der andere Zwilling wird schon gemeint sein. Das erschwert die Erziehung von Zwillingen ungemein.
Hierbei kann es helfen, klare Regeln aufzustellen und Disziplin einzufordern. Je früher, desto besser. Denn Zwillinge erkennen ihre Sonderrolle schnell und nutzen diese aus. So „tauschen“ Zwillinge gerne ihre individuellen Eigenschaften aus. Hierdurch können sie die Umwelt und gelegentlich sogar die Eltern austricksen. Gerade pubertierende Zwillinge machen es den Eltern und Erziehern oft schwer. Sie kichern in der Schule, rebellieren gemeinsam gegen die Eltern und stecken immer unter einer Decke. Je früher sie klare Regeln als Leitfaden bekommen, desto eher wird dieses Verhalten weniger schlimm.
Sollte man Zwillinge hin und wieder trennen?
Zwillinge dürfen nicht abhängig voneinander werden. Sie dürfen sich keine eigene Welt aufbauen, in die sie permanent vor anderen Leuten fliehen. Dies geschieht vor allem dann, wenn ein Zwilling den anderen dominiert. Es ist entscheidend, dass auch Zwillinge einen eigenen Freundeskreis haben. Bei Formulierungen wie „Unsere Freunde“ sollten Sie hellhörig werden. Eine solche Entwicklung kann das Verhältnis zu anderen Menschen gefährden. Die Zwillinge verlassen sich zu sehr aufeinander und stellen keinen richtigen Kontakt zu anderen Kindern her.
Die meisten Zwillinge schaffen diese selbständige Entwicklung problemlos. Trotz aller Gemeinsamkeiten wollen Sie einen Bereich haben, der ganz ihnen alleine gehört. Nur wenn dies nicht gelingt, sollten Sie als Eltern einschreiten. Beobachten Sie Ihre Kinder daher sehr genau. Kommen sie mit ihrer Lebenssituation zurecht? Haben sie trotz gemeinsamer Streiche und Geheimnisse eine eigene Erlebniswelt? Sind bei beiden Zwillingen individuelle Persönlichkeiten zu erkennen? Dann ist alles in Ordnung. Nur wenn ein Kind unterdrückt wird, sich die Zwillinge vor der Außenwelt verschließen und zu einer Persönlichkeit zu verschmelzen scheinen, ist Vorsicht angesagt. In einem solchen Fall kann es sinnvoll sein, die Kinder in Kindergarten und Schule zu trennen. Ansonsten sollten sie die Vorteile des gemeinsamen Auftretens genießen dürfen.
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