Prophylaxe schützt Mutter und Kind

Rhesusunverträglichkeit in der Schwangerschaft

Bei einer Rhesusunverträglichkeit entwickelt eine Schwangere Antikörper gegen das eigene Kind. Dies kann bei einer erneuten Schwangerschaft zu Komplikationen führen. Das Kind entwickelt sich nicht richtig. Eine Rhesus-Prophylaxe kann dies verhindern. Was es mit der Rhesusunverträglichkeit auf sich hat und wie die Prophylaxe funktioniert, erfahren Sie hier.

Informationen zur Rhesusunverträglichkeit

Der Rhesus-Faktor ist ein Merkmal auf den roten Blutkörperchen, das erblich weitergegeben wird. Er kann entweder vorhanden oder abwesend sein. Blutgruppen mit verschiedenem Rhesus-Faktor vertragen sich nicht. Es kommt zur Verklumpung des Blutes. Bein einer Schwangerschaft kann es sein, dass die Mutter Rh-negativ und das Kind Rh-positiv ist. Bei der ersten Schwangerschaft ist dies noch kein Problem. Bei der Geburt kommen jedoch das Blut von Mutter und Kind in Kontakt. Der Körper der Mutter erkennt das unverträgliche Blut und entwickelt Antikörper dagegen. Er wurde „sensibilisiert“.

Bei einer erneuten Schwangerschaft kann dies gefährlich für das Kind werden. Das Immungedächtnis der Mutter erkennt den fremden Rhesus-Faktor nun frühzeitig. Er schickt Antikörper los, die das Blut des Kindes angreifen. Hierdurch kommt es zu einer Blutarmut (Anämie). Andere Organe wie Milz und Leber aber auch das Knochenmark versuchen den Blutverlust auszugleichen und schwellen an. Zudem kann sich die Leber nicht richtig entwickeln. Eine solche Rhesusunverträglichkeit liegt bei etwa 12-17% aller Schwangerschaften vor.

Welche Folgen hat eine Rhesusunverträglichkeit für das Kind?

In der Regel sind Kinder trotz einer Rhesusunverträglichkeit lebensfähig. Allerdings müssen sie stark ärztlich behandelt werden. So leiden viele solcher Kinder durch die unterentwickelte Leber an einer Gelbsucht. Die Fehlfunktion der Leber kann zudem zu einer Wassersucht, also Wasseraustritt aus den Blutgefäßen, führen. Diese Komplikationen treten allerdings verstärkt erst nach der Geburt auf. Die Gelbsucht kann beispielsweise durch eine Fototherapie behandelt werden. Außerdem muss der kindlichen Leber genug Zeit gegeben werden, um sich noch zu entwickeln. Ein Kind, das mit einer Rhesus-Unverträglichkeit geboren wurde, muss daher unter permanenter ärztlicher Aufsicht stehen.

Wie funktioniert die Rhesus-Prophylaxe?

Der Rhesus-Faktor eines Ungeborenen kann nur durch eine Nabelschnurpunktion ermittelt werden. Dieses Verfahren ist unangenehm und nicht ohne Risiken. Daher wird bei nahezu allen Schwangeren mit negativem Rhesus-Faktor eine so genannte Rhesus-Prophylaxe durchgeführt. Hierbei werden der Schwangeren Antikörper gespritzt, die bei der Geburt wiederum das kindliche Blut abfangen. Eine solche Injektion von Antikörpern muss zwischen der 28-30 Schwangerschaftswoche sowie 72 Stunden nach der Geburt erfolgen. Durch die Antikörper geraten das Blut von Mutter und Kind nicht direkt in Kontakt. Somit entwickelt der mütterliche Körper keine eigenen Antikörper gegen das Kind. Entsprechend kommt es zu keiner Speicherung im Immungedächtnis.

Zusätzlich gibt es Sonderfälle, bei denen eine solche Rhesus-Prophylaxe notwendig wird. Beispielsweise, wenn eine Frau, die Rh-negativ ist, eine Fehlgeburt erleidet. Im Rahmen einer Fruchtwasserpunktion wird eine solche Prophylaxe ebenfalls notwendig. Sie ist in jedem Fall aber unschädlich für Mutter und Kind. Nicht zuletzt sollte eine Rhesus-Prophylaxe auch bei Blutungen oder einer schweren Gestose erwogen werden.

Kann eine „sensibilisierte“ Frau weitere Kinder kriegen?

Die Antwort lautet ja. Schwangerschaften, bei denen das Kind ebenfalls Rh-negativ ist, sind vollkommen ungefährlich. Doch auch Kinder mit positivem Rhesus-Faktor können gesund geboren werden. Hierzu ist jedoch eine intensive Beobachtung des Kindes während der Schwangerschaft nötig. Mit Antikörper-Suchtests kann eingeschätzt werden, ob und wie stark das Ungeborene gefährdet ist. Auch eine Fruchtwasseruntersuchung kann hilfreich sein. Die Untersuchung des kindlichen Blutes ist am sichersten aber auch am gefährlichsten. Gefährdeten Embryonen werden daher Bluttransfusionen im Mutterleib gegeben. Das durch die mütterlichen Antikörper zerstörte Blut wird somit ersetzt. Das Kind kann sich normal entwickeln. Eine solche Behandlung wird in der Regel zwischen der 32. und 34. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Hierdurch werden die Risiken einer Frühgeburt umgangen und das Kind kann dennoch natürlich geboren werden.

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