So entwickelt sich Erinnerung

Kinder und ihr Gedächtnis

An die ersten drei Lebensjahre kann sich kein Mensch so recht erinnern. Das Gedächtnis ist in dieser Zeit noch nicht ausgeprägt genug. Es muss erst durch Sprache, Vernetzungen und Ich-Bewusstsein geschult werden. Hierbei können Sie Ihr Kind unterstützen. Beispielsweise durch Geschichten und persönliche Erlebnisse. Alles zu Kinder und ihr Gedächtnis...

Wie Erinnerung bei Kindern entsteht

Ein Kind lernt und erlebt in den ersten drei Lebensjahren mehr Neues als im restlichen Leben. Dennoch kann es sich an diese Erlebnisse nicht erinnern. Sei es der erste Geburtstag, der erste Besuch im Zoo oder die erste Beule. Weder schöne noch unschöne Erlebnisse bleiben im Gedächtnis. Das liegt daran, dass das Gedächtnis noch nicht entwickelt ist. Das Kind hat nicht das Bewusstsein und die Sprache, Dinge zu formulieren und abzuspeichern. Dies setzt erst etwa ab dem dritten Geburtstag ein.

Entwicklung der Sprache 

Bis zum dritten Geburtstag hat das Kind seine Muttersprache meist sehr gut im Griff. Es kennt alle Begriffe seiner Lebenswelt. Auch neue Begriffe kann es schnell abspeichern und anwenden. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für Gedächtnis. Vorher konnte das Kind Erlebnisse nicht in Worte fassen. Entsprechend konnte es diese auch nicht bewusst speichern. Die Erinnerung an ältere Erlebnsisse ist zwar noch irgendwo im Gehirn vorhanden. Das Kind hat aber keinen aktiven Zugriff darauf.

Kinder und Gedächtnis - Gehirnentwicklung

Das Gehirn eines Kindes braucht eine gewisse Reife. Erst dann können Erlebnisse bewusst und aktiv gespeichert werden. Babys merken sich Dinge unbewusst. Sie kennen den Geruch der Mutter, wissen wie man Milch saugt und lernen mit Ihrem Spielzeug umzugehen. Ein biographisches Gedächtnis setzt jedoch erst mit etwa drei Jahren ein. Nun können auch persönliche Erlebnisse wie ein schönes Fest bewusst abgerufen werden. Die optimale Gehirnentwicklung für Erinnerungen ist allerdings erst mit der Pubertät erreicht.

Ich-Bewusstsein

Ein Kind muss um seine Individualität und Persönlichkeit wissen. Erst dann kann es Erinnerungen abspeichern. Es muss sich als Teil der Welt sehen, auf den Einfluss genommen wird. Auch ein solches Ich-Bewusstsein setzt erst mit zwei bis drei Jahren ein. Vorher erkennen sich Kinder im Spiegel nicht selbst. Außerdem haben Sie keine Vorstellung von Zeiteinheiten wie gestern, heute und morgen. Dies ist aber eine Grundvoraussetzung für Gedächtnis und Erinnerung.

Welche Erinnerungen bleiben?

Große Gefühle führen zu prägenden Erinnerungen. Ein Kind (und auch ein Erwachsener) muss emotional von etwas berührt werden. Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dieses Erlebnis im Gedächtnis abgespeichert wird. Solche Erinnerungen können positiv oder negativ sein. Die enorme Freude über die Schultüte bleibt ebenso im Gedächtnis wie die große Angst oder Vorfreude auf den ersten Schultag. Erfolgserlebnisse beim Sport sind ebenso prägend wie ein gebrochenes Bein. Es ist daher wichtig, dass sich ein Kind für Dinge begeistern kann. Es muss von einem Erlebnis ergriffen sein und tiefe Emotionen empfinden.

Häufig sind Erinnerungen unkonkret. Kaum ein Mensch kann sich ganz genau an bestimmte Ereignisse erinnern. Aber das Lebensgefühl bleibt im Gedächtnis haften. Ein Kind spürt und erinnert sich, ob es geliebt, angenommen und umsorgt wurde. Ebenso wie es sich merkt, wenn man ungerecht, laut und ungeduldig war. Eben weil das große Gefühle sind, die das Leben prägen.

Wie können Sie das Gedächtnis trainieren?

Gespräche fördern das Kinder Gedächtnis. Zum Beispiel, wenn Sie abends vor dem Einschlafen den Tag noch einmal Revue passieren lassen. Sprechen Sie über die schönen und schlimmen Erlebnisse des Tages. Das hat mehrere Vorteile: Einerseits fördern Sie so das Gedächtnis des Kindes. Es muss sich erinnern und Dinge formulieren. Andererseits fördern Sie aber auch Ihre Beziehung. Sie nehmen Anteil am Leben Ihres Kindes, hören ihm zu, lachen und weinen mit ihm. Sie wecken und empfinden starke, persönliche Gefühle. Das schafft Verbindung und Erinnerungen.

Bilder und Gerüche können das Gedächtnis schulen. Zum Beispiel indem Sie Fotos angucken oder Ihr Kind Erlebtes aufmalt. Gerüche wie der Tannen- und Keksduft zu Weihnachten, der Duft der Ferienwohnung oder der ersten Brotbox bleiben im Kinder Gedächtnis. Hierbei ist Wiederholung sehr wichtig. Nur was immer wieder geübt oder getan wird, bleibt im Gedächtnis hängen. Nicht zuletzt sollten sie für viel Bewegung sorgen. Gemeinsame Fahrradtouren oder Schwimmbadbesuche sorgen für Glückshormone. Diese fördern das Gedächtnis und bleiben als wundervolle Erinnerungen bestehen.

 

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