Wenn Kinder trauern

Trauerbewältigung bei Kindern

Mit dem Tod muss sich jeder von uns auseinandersetzen. Er gehört zum Leben dazu – und auch Kinder werden mit diesem Thema schon konfrontiert. Wie gehen Eltern am besten damit um, wenn ein Mensch oder ein Haustier stirbt – und Kinder trauern? Wie erklärt man den Tod? Hier gibt es Informationen.

Bleiben Sie bei der Wahrheit

Schon der Verlust eines geliebten Haustieres kann in Kindern ein starkes Gefühl von Trauer auslösen. Sterben Verwandte oder Freunde, ist dies noch einmal schwerer. Als Eltern ist man oft geneigt dazu, sein Kind von dem Thema fernhalten zu wollen. Aus Angst, es könne die Wahrheit nicht ertragen, erfindet man Geschichten, tauscht das Haustier heimlich aus oder bringt das Kind während der Beerdigung lieber zum Babysitter.

Doch gerade diese Vermeidungstaktik ist die falsche: Kinder können nämlich mit der Wahrheit wesentlich besser umgehen.  

Das geliebte Haustier ist tot

 

Ist das Meerschweinchen oder der Hamster gestorben, so sollte das Kind unbedingt in das Abschiedsritual mit einbezogen werden. Begraben Sie das Tier gemeinsam im Freien und schmücken Sie das kleine Grab zusammen. Geben Sie Ihrem Kind damit die Chance, sich zu verabschieden und seine Trauer auszuleben. Trösten Sie es, wenn es traurig ist – akzeptieren Sie aber auch, wenn Ihr Kind zunächst anders mit seiner Trauer umgeht und beispielsweise eher teilnahmslos oder desinteressiert wirkt. Das ist völlig normal – jedes Kind ist anders! Und jeder Mensch verarbeitet Trauer und Schockerlebnisse auf andere Art und Weise.  

Ein nahestehender Mensch verstirbt – soll mein Kind mit auf die Beerdigung?

 

Für die Beerdigung eines nahestehenden Menschen gilt ebenfalls: Schließen Sie Ihr Kind nicht aus! Viele Eltern sorgen sich darum, ob Ihr Kind eine Beerdigung verkraften könne. Doch keine Angst: Viel schlimmer ist es für Ihren Nachwuchs, wenn Sie ihm die Möglichkeit des Abschied-Nehmens vorenthalten! Dann können Enttäuschung und ein langanhaltendes Gefühl davon, dass „etwas fehlt“, die Folge sein. Unabhängig vom Alter können Kinder auf Beerdigungen mitgenommen werden.

Sie erhalten damit die Möglichkeit zu sehen, dass auch andere Menschen traurig sind und den Verstorbenen lieb hatten. Zudem werden die Dinge für Ihr Kind greifbar – und es kann sich ein besseres Bild davon machen, was mit dem Tod eigentlich geschehen ist. Wenn Ihr Kind ausdrücklich nicht mit zur Beerdigung kommen will – zwingen Sie es nicht. Es kann jedoch sein, dass es zunächst nur aus Angst vor dem Unbekannten ablehnt. In diesem Falle sollten Sie Ihr Kind fragen, ob es wissen möchte, was an diesem Tag geschieht. Danach kann es selbst entscheiden, ob es doch mitkommen oder daheim bleiben möchte.  

Wo ist der Tote denn jetzt?

Sicherlich wird Ihr Kind sie fragen, wo der geliebte Mensch oder das Haustier nun sind. Bleiben Sie bei der Wahrheit – und versuchen Sie nicht, Ausreden zu finden, wie „der Opa ist weggegangen“ oder „der Hase schläft jetzt“. Solche Erklärungen können unter Umständen eher die Angst vor dem Tod, dem Schlafengehen oder vor dem Alleinsein auslösen.

Machen Sie Ihrem Kind klar, dass der Tod etwas Endgültiges ist und die betroffene Person oder das Haustier nicht mehr zurückkommen wird. Unabhängig von Ihrer Weltansicht und Religion können Sie Ihrem Nachwuchs sagen, dass sich die Seele des Verstorbenen nun woanders befindet – wenngleich Sie auch nicht wissen, wo. Sie können Ihrem Kind auch erklären, dass die Person nun im Himmel ist – es ihr gut geht, und sie hier von ihrem Leiden (im Falle einer Krankheit) erlöst wurde.  

Altersgerechte Erklärungen liefern

 

Die Erklärung ist in gewisser Weise auch altersabhängig. Erst ab etwa vier bis fünf Jahren entwickeln Kinder einen Sinn für Zeit und Endlichkeit – und können die Nachricht entsprechend aufnehmen. Für kleinere Kinder sind solche Erklärungen eher verwirrend – ihnen reicht es meist, wenn man erklärt, dass die betroffene Person nicht mehr da ist, weil sie zu krank, schwach oder alt war. Wenn Ihr Kind sich interessiert zeigt am Thema Tod und Fragen stellt, sollten Sie stets versuchen, diese ehrlich zu beantworten.

Damit machen Sie den Tod zu etwas Natürlichem, zu etwas, das im Leben dazu gehört. Und Ihr Kind kann mit entsprechenden Situationen besser umgehen.   Wenn die Trauer um sich greift   Professionelle Hilfe ist notwendig, wenn der Schock zu tief sitzt – beispielsweise wenn eine enge Bezugsperson wie ein Elternteil gestorben ist. Zieht sich Ihr Kind immer mehr zurück, isoliert sich von der Außenwelt und wird zunehmend stiller, sollte psychologische Unterstützung eingeholt werden. Auch Selbsthilfegruppen für trauernde Kinder können helfen.  

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