Paukenröhrchen und Hörvermögen

Paukenerguss bei Kindern

Ein Paukenerguss ist eine Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr. Diese kann durch eine fehlerhafte Belüftung erfolgen. Wenn dieser Paukenerguss chronisch wird, kann eine Operation notwendig werden. Hierbei werden Paukenröhrchen zur Belüftung ins Mittelohr gesetzt. Die körperliche Entwicklung und das Hörvermögen werden hierdurch verbessert. Wie Sie mit einem Paukenerguss am besten umgehen, erfahren Sie hier.

Informationen zu Paukenröhrchen

Bei einem Paukenerguss sammelt sich Flüssigkeit hinter dem Trommelfell. Dies tritt häufig auf, wenn ein Kind immer wieder erkältet ist. Im Normalfall läuft die Flüssigkeit von selbst ab und es kommt nicht zu einem Paukenerguss. Die Flüssigkeitsansammlung kann aber auch durch eine fehlerhafte Belüftung des Ohres bedingt sein. Beispielsweise durch eine Entzündung der Polypen (Rachenmandeln, nicht Nasenpolypen!) oder eine Fehlentwicklung des Ohres.

Wenn die Eustachische Röhre noch nicht voll entwickelt ist, kann das Ohr nicht selbständig für einen Druckausgleich sorgen. In diesem Fall kann es zu einem Paukenerguss kommen und die Flüssigkeit nicht abfließen. Somit nimmt der Paukenerguss Einfluss auf das Hörvermögen des Kindes. Wörter können nur noch dumpf oder gar nicht verstanden werden. Dies hat Auswirkungen auf die Sprachentwicklung.  

Wann ist zu einer OP zu raten?

Ein Paukenerguss kann zu einer Mittelohrentzündung führen. Diese muss dann mit Antibiotika behandelt werden. Wenn dies vereinzelt auftritt, ist das vielleicht zu verkraften. Bei häufigen Entzündungen ist eine Operation aber vermutlich besser. Ihr Kind ist dann nicht regelmäßig den unterschiedlichsten Antibiotika ausgesetzt. Zudem ist es langfristig frei von lästigen Entzündungen. Außerdem ist das Hörvermögen hierdurch besser gewährleistet. Ihr Kind kann seine Sprachfähigkeiten ungehindert entfalten. Es kann die Wörter problemlos hören und nachahmen. Dies ist besonders in den ersten drei Lebensjahren extrem wichtig.  

Eine solche Operation findet in einer HNO-Klinik statt. Vorher werden selbstverständlich diverse Hörtests durchgeführt. Diese zeigen das Hörvermögen Ihres Kindes deutlich auf. Hierdurch wird einerseits geklärt, ob eine Operation überhaupt notwendig ist. Sollte dies der Fall sein, kann der Eingriff auf diese Weise optimal vorbereitet werden.  

Wie läuft eine solche OP ab?

Kinder erleben eine solche Operation unter Narkose. Erwachsene bekommen lediglich eine örtliche Betäubung. Der Arzt nimmt hierbei einen kleinen Schnitt ins Trommelfell vor. Durch diesen kann die Flüssigkeitsansammlung abfließen. Gelegentlich ist die Flüssigkeit bereits verschleimt. In diesem Fall wird sie durch den Chirurgen abgesaugt. Je nach Patient können nun Paukenröhrchen eingesetzt werden. Diese sorgen für eine bessere Belüftung des Ohres. Des Weiteren wird endzündliches und störendes Gewebe entfernt. Beispielsweise Rachenmandelgewebe. Dies geschieht durch den Mund. Bei einem solchen Eingriff treten nur sehr selten Komplikationen auf. Kinder werden für eine Nacht stationär aufgenommen. So können Nachblutungen verhindert werden.    

Vor- und Nachteile von Paukenröhrchen

Paukenröhrchen sorgen für eine verbesserte Belüftung des Ohres. Hierdurch können weitere Paukenergüsse vermieden werden. Sie bleiben so lange im Ohr, bis sich die Eustachische Röhre entwickelt hat. Dann fallen sie von selbst heraus. Gelegentlich entwickelt sich die Röhre zu langsam. Dann müsste eine erneute, kleinere Operation stattfinden, um neue Röhrchen einzusetzen. Gelegentlich kleben die Paukenröhrchen fest. Dies ist nicht tragisch. Man kann über Jahre mit diesen Röhrchen leben, ohne dass sie eine Behinderung darstellen.  

Paukenröhrchen sind beim Schwimmen und beim Kontakt mit Wasser kein Problem. Allerdings darf die Oberflächenspannung nicht aufgehoben werden. Dies ist beim Tauchen oder beim Kontakt mit Seifenwasser der Fall. Denn die Paukenröhrchen stellen eine Verbindung zwischen Ohr und Außenwelt dar. Somit kann durch eine Veränderung der Oberflächenspannung Wasser ins Ohr dringen. Daher sollte beim Baden und Duschen verhindert werden, dass Seifenwasser ins Ohr gelangt. In sehr seltenen Fällen kann es zu Wundgewebsbildung kommen. Diese kann mit Ohrentropfen behandelt werden. 

Der Einsatz von Paukenröhrchen ist in den meisten Fällen sinnvoll. Man kann warten, bis diese von alleine herausfallen. Man kann sie aber auch operativ entfernen. Was die bessere Variante ist, ist unter Medizinern umstritten. Daher sollte diese Frage individuell besprochen und beantwortet werden.

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