Wenn Kinder schimpfen

Kinder und Schimpfwörter

Schimpfwörter sind, wenn überhaupt, nur bei sehr kleinen Kindern niedlich. Meistens sind sie ärgerlich, peinlich oder verletzend. Doch Schimpfwörter können auch positive Eigenschaften haben. Sie können ein Vertrauensbeweis sein, versteckte Gefühle offenbaren oder Anstoß zu Gesprächen über Respekt oder Sexualität sein. Wie Sie Ihrem Kind den richtigen Umgang mit Schimpfwörtern beibringen können, erfahren Sie hier.

Umgang mit Schimpfwörtern

Schimpfwörter erfüllen eine wichtige Funktion. Sie helfen uns dabei, uns Luft zu machen und uns von unserem Ärger zu befreien. Den Ärger immer nur herunter zu schlucken führt auf lange Sicht zu Krankheiten. Deswegen passiert es immer wieder, dass Kinder die Schimpfwörter von uns Erwachsenen selbst hören. Spätestens aber mit dem Kontakt zur Außenwelt kommen auch die Schimpfwörter auf. In der Kita und später in der Schule werden vermehrt Schimpfwörter benutzt. Auch solche, von denen man sicher ist, sie zu Hause nie zu benutzen. Gleiches gilt für Medien wie Fernsehen, Radio und Zeitschriften. Überall werden Schimpfwörter verwendet. Die Aufgabe der Eltern ist es nun, ihren Kindern den richtigen Umgang mit diesen beizubringen. 

Kinder haben Spaß an Schimpfwörtern

Kinder lieben Schimpfwörter. Vor allem, weil diese Reaktionen bei den Erwachsenen hervorrufen. Kinder können mit Schimpfwörtern ihre Grenzen und die Macht der Worte austesten. Sie sehen, dass den Eltern Schimpfwörter in der Öffentlichkeit peinlich sind. Vielleicht bekommen Sie sogar etwas, wenn sie das Schimpfwort nicht verwenden. Bei der Oma, der Lehrerin oder den Eltern führen Schimpfwörter zu betretenem oder ärgerlichem Schweigen. Diese Stille ist gut, solange die Schimpfwörter vereinzelt auftreten. Wenn Sie jedoch zum alltäglichen Sprachgebrauch gehören, brauchen Kinder ein aufklärendes Gespräch. Sie müssen verstehen, dass Schimpfwörter verletzen können. Sie können Menschen traurig machen und Freundschaften beenden. Und selbst ein noch so unsympathischer Mensch verdient einen gewissen Respekt. Mit solchen Gesprächen kommt man von den einzelnen Schimpfwörtern weg. Die Themen sind vielmehr Respekt, Höflichkeit und der richtige Umgang miteinander.

Schimpfwörter als Vertrauensbeweis

Schimpfwörter sind immer auch ein Vertrauensbeweis. Ein Kind, das seinen Vater als „Idiot“ beschimpft, ist sich dessen Liebe sicher. Es ist wütend oder traurig und muss diesen Gefühlen Luft machen. Dies geht mit Schimpfwörtern hervorragend. Aber nur in einer sicheren Umgebung. In einem zu Hause, wo jedes Gefühl und jeder Gedanke seine Daseinsberechtigung hat. Es zeugt von fehlender Bindungsfähigkeit, wenn Kinder sprachlich nicht einmal entgleisen. Kinder wollen und müssen die Macht der Worte entdecken. Genauso müssen sie ihre Grenzen austesten. Dies geht aber nur, wenn sie vor der Reaktion der Eltern keine Angst haben müssen.

Wenn Schimpfwörter versteckte Gefühle aufdecken

Schimpfwörter können ein Ventil für versteckte Gefühle sein. Zum Beispiel, wenn Ihr Kind von einem Rabauken geärgert wird. Oder wenn es immer wieder Misserfolge im Sportverein erzielt. Die negativen Gefühle entladen sich dann in Schimpfwörtern. Oftmals gegenüber den Menschen, von denen sich das Kind Hilfe erhofft. Versuchen Sie daher, Ihr Kind für Schimpfwörter nicht direkt zu schelten. Sinnvoller ist es, die Ebene zu wechseln. Sagen Sie Ihrem Kind, dass das Schimpfwort sie verletzt. Aber machen Sie auch deutlich: „Ich glaube nicht, dass du das ernst meinst. Ich merke aber, dass du wütend und traurig bist. Was ist denn los?“ Warten Sie unbedingt auf die Reaktion Ihres Kindes. Falls keine kommt, können Sie vorsichtig nachhaken. Wenn immer noch nichts kommt, können Sie Ihre Gesprächsbereitschaft immer wieder signalisieren. So entsteht keine schlechte Stimmung wegen des Schimpfwortes. Im Gegenteil öffnen Sie und Ihr Kind sich gegenseitig. Sie kommen einander näher. Kinder und Schimpfwörter eine Chance mit Kindern über Gefühle zu reden.

Kinder und Schimpfwörter - Sexualität

Viele Schimpfwörter haben sexuelle Anspielungen. Du „dumme Fotze“ ist ein hartes aber geläufiges Beispiel. Viele Kinder können mit diesen Worten wenig bis gar nichts anfangen. Und den Eltern sind die Worte zu unangenehm, um über sie zu sprechen. Doch gerade das ist ein Fehler. Denn Kinder interessieren sich selten offen für Sexualität. Die Anstöße für solche Gespräche müssen oft von den Eltern ausgehen. Schimpfwörter können hierfür ein guter Stichwortlieferant sein. Es muss nicht gleich die komplette Sexualität erklärt werden. Aussagen wie: „Wenn sich zwei Menschen ganz doll lieb haben, möchten sie sich das auch zeigen. Wörter wie „Fotze“ machen diese Gefühle und die Liebe schlecht.“ Schon ist die Sprachlosigkeit überwunden. Ihr Kind bemerkt, dass zu Hause über alles offen gesprochen werden kann. Und das Schimpfwort wird vermutlich nicht mehr verwendet werden.

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