Übernachten ohne Eltern
Kinder übernachten auswärts

Auswärts übernachten
Selbstbewusstsein stärken
Kinder wollen selbständig werden. Wenn etwas gelingt, stärkt das das Selbstvertrauen. Das gilt auch für das Übernachten bei Freunden. Die Kinder müssen hierfür aber ihre gewohnte Umgebung verlassen. Sie sind nicht von ihren Hauptbezugspersonen umgeben. Das kann leicht Angst machen. Heimweh ist nicht selten die Folge. Es stärkt die Kinder, wenn sie dieses überwinden. Hierfür müssen sie jedoch selbst bereit sein. Nehmen Sie die Sorgen Ihres Kindes unbedingt ernst. Doch ermutigen Sie es dazu, seine Angst zu überwinden. Das Abholen sollte nur die letzte Notlösung sein.
Hierfür ist es wichtig, den Rhythmus Ihres Kindes zu beachten. Manche Kinder wollen sich schon sehr früh alleine ausprobieren. Andere hängen stärker an Vertrautem. Letztendlich ist auch das Auswärtsschlafen Übungssache. Entscheiden also nicht Sie, wann Ihr Kind woanders übernachten soll. Wenn es schief geht, ist sein Selbstbewusstsein geschwächt. Es hat Angst und traut sich beim nächsten Mal erst recht nicht fort. Es sollte den Wunsch, woanders zu übernachten, von selbst äußern.
Freunde und Fahrten
Bereits mit drei bis fünf Jahren kann der Wunsch auftreten, bei Freunden zu übernachten. Doch immer wieder packt die Kinder das Heimweh. Die erste Übernachtung sollte daher bei jemandem erfolgen, der in der Nähe wohnt. Somit bleibt Ihrem Kind eine halbwegs vertraute Umgebung. Außerdem weiß es, dass Sie im Zweifelsfall schnell kommen können. Ängste und Sorgen sollten Sie sehr ernst nehmen. Diese sind oft sehr konkret. Beispielsweise die Angst ins Bett zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber. Doch bauschen Sie diese Angst nicht unnötig auf.
Mit sechs bis neun Jahren stehen die ersten Klassenfahrten an. Diese können Sie mit Ihrem Kind einüben. Einige Nächte bei Freunden oder der Oma können helfen. Das Kind gewöhnt sich daran, sich in einer neuen Umgebung zurecht zu finden. Manche Kinder haben trotz alledem Angst. Von diesen Sorgen sollte der Klassenlehrer wissen.
Mit neun bis zwölf Jahren werden die Fahrten größer. Auch ein längerer Aufenthalt kommt nicht selten vor. Wichtig ist, dass Sie und Ihr Kind Vertrauen haben. Sowohl zum Veranstalter der Reise als auch zu den Betreuern. Ein Inlandsaufenthalt ist für den Anfang geeigneter. Hier kann sich Ihr Kind ausprobieren. Für den Anfang sind Freunde eine große Hilfe. Schicken Sie Ihr Kind vielleicht mit einem Freund zusammen auf Reisen. Bei Problemen können Sie telefonieren. Ihr Kind sollte aber versuchen, alleine zurecht zu kommen.
Was muss zum Übernachten mit?
Menschen brauchen Vertrautes. Packen Sie Ihrem Kind daher zum Übernachten ein paar Erinnerungsstücke ein. Das Kuscheltier ist unerlässlich. Es bietet Halt und Unterstützung. Kuscheltücher, die nach Mama und Papa riechen, helfen ebenfalls, Heimweh zu vermeiden. Größere Kinder freuen sich über einen Brief in der Tasche. Ein paar aufmunternde Worte vertreiben das Heimweh. Schlafanzug, Taschenlampe und ein Foto der Eltern gehören ebenfalls ins Gepäck. Game Boy und MP3-Player sind nicht nötig. Ein Handy muss auch auf Klassenfahrt nicht sein. Es verleitet dazu, sich zu häufig zu Hause zu melden. Die Selbständigkeit des Kindes leidet hierunter.
Eltern müssen sich ebenfalls lösen Kinder sollen Selbstbewusstsein aufbauen. Hierfür müssen Sie als Eltern sich ebenfalls lösen können. Ihr Kind muss merken, dass Sie ihm zutrauen, dieses Abenteuer zu bestehen. Ansonsten hat es ein mulmiges Gefühl oder ein schlechtes Gewissen, weil es Sie allein lässt. Zeigen Sie Ihre Trauer nicht zu offen. Aber natürlich kann Ihr Kind wissen, dass Sie es vermissen werden. Versuchen Sie sich die Aufgabe aller Eltern klar zu machen: Das Kind selbständig zu erziehen und es ins Leben zu entlassen. Am besten nehmen Sie sich etwas vor. Vielleicht ein heißes Schaumbad, einen Besuch bei Freunden oder einen Theaterbesuch.
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