Risiko – Nutzen abwägen
Kaiserschnitt: Was ist ein Wunschkaiserschnitt?

Rund um den (Wunsch-) Kaiserschnitt
Die Technik des Kaiserschnitts geht bereits auf die Römerzeit zurück. Allerdings war er damals noch nicht so ausgereift wie heute. Denn damals wurde der Kaiserschnitt nur bei toten oder sterbenden Frauen durchgeführt. Heute ist er eine gängige Methode. In vielen Fällen überleben sowohl Mutter als auch Kind den Eingriff. Beim Kaiserschnitt wird an der Schamgrenze der Frau ein Schnitt gemacht. Dieser ist etwa 15-20cm lang. Durch diesen wird das Kind auf die Welt gebracht. Während dieser Zeit ist die Mutter betäubt. Der Vater kann allerdings beim Eingriff dabei sein. Er kann das Kind dann in Empfang nehmen. Mutter und Kind bleiben dann noch etwa eine Woche im Krankenhaus. Ein Kaiserschnitt wird durchgeführt, wenn es während der Geburt zu Komplikationen kommt. In jedem Fall dann, wenn das Leben der Mutter oder des Kindes in Gefahr ist. Allerdings kann auch im Vorfeld ein Kaiserschnitt geplant werden. Beispielsweise, wenn das Verhältnis zwischen Kind und Becken der Mutter eine natürliche Geburt unmöglich macht. Viele Frauen nutzen heutzutage jedoch auch die Möglichkeit eines Wunschkaiserschnitts. Hierbei wird ein Termin für die Geburt im Vorfeld festgelegt. An diesem Tag wird das Kind auf die Welt gebracht. Vorher gilt es jedoch, die Vor- und Nachteile dieses Eingriffs gründlich abzuwägen.
Vorteile eines Wunschkaiserschnitts
Ein Wunschkaiserschnitt ist vor allem bequem. Man weiß genau, wann das Kind auf die Welt kommt. Man kann sich optimal darauf einstellen. Ungewissheit und lange Wartezeiten fallen weg. Zusätzlich muss eine Frau die Qualen einer Geburt nicht durchmachen. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten. Durch die Betäubung hat die Frau quasi keinerlei Schmerzen. Auch das Kind hat es hierdurch leichter. Es muss sich nicht durch den Geburtskanal quetschen. Dadurch werden Deformationen am Kopf verhindert. Außerdem werden ihm die anstrengenden Stunden der Geburt erspart. Auch Risiken wie eine Unterversorgung des Kindes wird ausgeschlossen. Bei einem Wunschkaiserschnitt kann sich die Nabelschnur nicht um den Hals des Kindes legen. Nicht zuletzt greift hier auch das Selbstbestimmungsrecht der Frau. Die Frau muss sich als freies Wesen gegen eine natürliche Geburt entscheiden dürfen. Auch besteht keine Gefahr für die Mutter-Kind-Beziehung. Kaiserschnittkinder haben zu ihrer Mutter gesunde und natürliche Beziehungen. Ebenso wie auf natürlichem Weg geborene Kinder.
Nachteile eines Wunschkaiserschnitts
Es gibt jedoch auch viele Argumente, die gegen einen Wunschkaiserschnitt sprechen. So ist er zuallererst einmal unnatürlich. Die Evolution hat den weiblichen Körper auf eine Geburt vorbereitet. Eine Frau kann diese daher auch meistern. Zusätzlich fallen auch hormonelle Vorteile weg. Bei der natürlichen Geburt wird das Kind mit Abwehrkörpern der Mutter versehen. Das geschieht bei einem Kaiserschnitt nicht. Daher leiden viele Kaiserschnittkinder später unter Allergien. Außerdem verliert die Mutter die kostbaren ersten Minuten mit dem Kind. Durch die Narkose bekommt sie nämlich nichts mit. Auch fällt der Ausstoß von Glückshormonen weg, der bei einer natürlichen Geburt stattfindet. Das natürliche Kennen lernen zwischen Mutter und Kind geht also verloren. Auch das Schmerzargument greift nur teilweise. Denn oftmals klagen Frauen nach einem Kaiserschnitt noch lange später über Schmerzen. Es dauert relativ lange, bis die Wunde verheilt ist. Auch sind Frauen nach einem Kaiserschnitt gefährdet. Die Narbe kann zum Beispiel aufreißen. Ihre nächste Schwangerschaft wird vermutlich direkt als Risikoschwangerschaft eingestuft. Nicht zuletzt birgt eine Operation immer Risiken. Es kann zu Infektionen kommen. Die Narkose kann misslingen. Menschliche Fehler können auftreten. Das Kind kann einen Geburtsschock erleiden. Diese Risiken werden bei einer natürlichen Geburt ausgeschlossen. Nicht zuletzt ist auch die Sterberate entscheidend. Bei einem (Wunsch)Kaiserschnitt sterben Frauen nämlich häufiger als bei einer natürlichen Geburt.
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