Kindersicherheit zuhause
Gefahrenquellen im Haushalt ausschalten

Kindersicherheit im Haushalt
Bei 1,9 Millionen Unfällen im Jahr sind Kinder beteiligt. 22 Prozent davon geschehen im häuslichen Umfeld. Vergleicht man diese Zahl mit den Unfällen im Straßenverkehr, kommt man auf ein erschreckendes Ergebnis: während 230.000 Kinder pro Jahr auf der Strasse verunglücken, verletzen sich 334.000 Kinder zuhause. Ganz vorne auf der Liste der Unfallarten stehen Stürze, Unfälle mit Geräten und Maschinen, Verbrennungen und Vergiftungen. 1999 mussten etwa 7000 Kinder wegen Verbrühungen, Verbrennungen und ähnlichen Verletzungen ärztlich behandelt werden: Säuglinge und Kleinkinder unter 5 Jahren sind dabei mit einem Anteil von fast 70 Prozent am stärksten gefährdet.
Gefahrenquellen
Kinder sind von Natur aus neugierig und wollen ihre Umwelt erkunden. Und das ist bei kleinen Kindern zunächst einmal ihr zuhause. Sobald die kleinen Forscher krabbeln können, machen sie sich auf Entdeckungstour. Was steckt in der bunten Flasche, die in Mamas Küchenschrank steht? Schmeckt die grüne Flüssigkeit wohl genauso gut wie Gummibärchen? Kinder wollen ihre Umwelt erforschen und haben dabei noch kein Risikobewusstsein. Putzmittel, Steckdosen, ungesicherte Treppen und Balkone, heiße Herdplatten, Pfannen mit spritzendem Fett, giftige Zimmerpflanzen können die Kleinen schnell in lebensgefährliche Situationen bringen. „Unfälle sind keine Zufälle“, erklärt Dr. Uwe Prümel-Philipsen, Leiter der Bundesarbeitsgemeinschaft für Kindersicherheit, „Um sie zu vermeiden, müssen wir vor allem das Bewusstsein der Eltern für mögliche Risiken schärfen“. Denn Gefahren bestehen immer dann, wenn Eltern durch andere Beschäftigungen abgelenkt sind. Die Mutter putzt das Fenster während ihr dreijähriges Kind auf dem Boden sitzt und spielt. Da klingelt das Telefon. Sie läuft hin und vergisst, das geöffnete Fenster zu schließen. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit reicht aus, um Kinder in eine gefährliche Lage zu bringen. Deswegen müssen Eltern immer aufpassen. Lassen Sie lieber mal das Telefon länger klingeln. „Das größte Präventionspotenzial liegt letztlich in der Fähigkeit der Eltern und Betreuungspersonen, Gefahren zu erkennen und zu beseitigen”, so Prümel – Philippsen. Denn Eltern sind die wichtigsten „Schutzengel“ der Kinder und dessen sollten sie sich auch bewusst sein.
Sicherheits-Check
Eltern sollten in regelmäßigen Abständen einen Sicherheits-Check in der Wohnung durchführen. In allen Räumen lauern mögliche Gefahrenquellen für Kinder. Begeben Sie sich ruhig mal auf die Knie und schauen Sie ihre Wohnung aus der Sicht Ihres Kindes an. Im Handel gibt es viele Sicherheitsprodukte, die von vornherein Risiken ausschließen. In der Küche können mögliche Gefahrenquellen Herdplatte und Backofen sein. Hier helfen Herdschutzgitter und Hitzeschutz für den Backofen. Der Putzschrank sollte unbedingt verschlossen sein und die Schubladen mit einer Schubladensperre gesichert sein. Das schützt vor eingeklemmten Kinderfingern. Alle Steckdosen müssen mit einer Kindersicherung ausgestattet sein. Kabel dürfen nicht frei herunterhängen oder offen herumliegen.
Im Badezimmer sollten generell keine elektrischen Geräte wie Rasierapparat oder Fön herumliegen. Kosmetika, Medikamente und Putzmittel müssen immer weggeschlossen werden. Eine Antirutschmatte verhindert das Ausrutschen bei Feuchtigkeit. Der Wassertemperaturregler schütz ihr Kind vor Verbrühungen. Auch im Kinderzimmer gibt es einiges an Sicherheitsregeln zu beachten. Hat das Kind ein Etagen- oder Hochbett, ist eine hohe Seitenumrandung zwingend notwenig. So kann das Kind beim Spielen und Toben nicht herunterfallen. Alle Regale müssen an der Wand befestigt werden. Denn schnell kann das ganze Regal samt Inhalt umstürzen. Im schlimmsten Fall genau auf das Kind. Ebenso sind Fenstersicherungen wichtig, damit nicht durch Zufall ein Fenster geöffnet werden kann. Generell gilt für das ganze Haus: alle Treppen müssen mit einen Treppenschutzgitter ausgestattet sein. Bitte achten Sie darauf, dass Sie es nach jedem Treppengang wieder verschließen. Wenn Eltern sich der Gefahren im eigenen Haushalt bewusst sind, ist das die beste Prävention.
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