Sprachentwicklung bei Kindern
Erste Worte - Auf dem Weg zum Plappermaul

Spracherwerb bei Kindern
Schon von der Geburt an, will sich ein Kind seinen Eltern verständlich machen. Schon hier hat es eine eigene Art von Sprache: Das Weinen. Neugeborene weinen sehr unterschiedlich. Sehr schnell lernen die Eltern zu verstehen, was eine bestimmte Art zu weinen bedeutet. Ist das Kind hungrig, müde, wütend, ist die Windel voll? Es findet eine regelrechte Kommunikation statt. Diese ist jedoch noch ausschließlich nonverbal.
Etwa ab dem 5. Monat beginnt dann das Sprachtraining. Das Kind probiert die unterschiedlichsten Vokale und Konsonanten aus. Dies wird als Brabbeln bezeichnet. Schnell kombiniert und verdoppelt es diese Laute dann. So wird aus einem Mmmmh ein Ma und irgendwann ein Mama. Dies geschieht etwa zwischen dem 5. und 10. Lebensmonat.
Nach etwa einem Jahr explodiert dann die Sprache des Kindes. Erste Worte werden mit tatsächlichen Dingen verbunden. Allerdings mehr als Sammelbegriff. Ein Ball kann dann für alles stehen, was rund ist und Auto für alles, was sich bewegt. Andere Worte wie Mama und Papa werden jetzt aber mit den tatsächlichen Personen verbunden. Besonders leicht sind Wörter mit weichen Konsonanten wie m, n, d und Ähnlichem. Auch Wörter mit vielen Vokalen wie zum Beispiel Auto werden benutzt. Etwa ab dem zweiten Geburtstag werden diese Worte dann zu Sätzen kombiniert. Ab dieser Zeit lernt ein Kind durchschnittlich 20 neue Wörter am Tag.
Fördern Sie das Sprechen lernen
Es ist ganz natürlich, sein Kind beim Sprechen lernen unterstützen zu wollen. Dies ist einfacher, als man zunächst denkt. Sprechen ist ein ganz natürlicher Prozess. Die meisten Eltern sprechen von der Geburt an automatisch mit ihrem Kind. Dies ist die beste Förderung. Viel Kommunikation in der Familie oder der Krippe hilft dem Kind beim Sprechen lernen. Wichtig ist hierbei jedoch, die Babysprache möglichst zu vermeiden. Kinder werden durch brabbelnde Eltern eher verwirrt als unterstützt. Sprechen Sie also ganz normal mit ihrem Kind. Auch sollten sie aus dem Sprechen kein Programm machen. Wenn Ihnen nicht nach Reden ist, zwingen Sie sich nicht. Das gleiche gilt für Ihr Kind. Zweisprachigkeit ist eine gute Sache. Befürchtungen, dass Ihr Kind dadurch später sprechen lernt, sind unbegründet. Wenn Sie sich dafür entscheiden, müssen Sie sich aber konsequent daran halten. Springen Sie nicht in den Sprachen hin und her. Das Kind ist sonst verwirrt. Auch wenn es Ihnen in der anderen Muttersprache antwortet. Bleiben Sie immer bei einer Sprache, die sie mit dem Kind verwenden.
Keine Angst vor Sprachstörungen
Jedes Kind hat seinen eigenen Rhythmus. Diese Wahrheit kann man sich gar nicht oft genug klar machen. Schnell reagieren Eltern panisch, wenn Ihr Kind nicht in das Schema passt. Diese Sorgen sind verständlich aber unbegründet. Es gibt einfach Plaudertaschen und Ruhige. Manche Kinder beobachten und speichern viel länger, bevor sie die Sprache aktiv nutzen. Dennoch verstehen Sie schon viel von dem, was die Eltern sagen. Wichtig ist, abzuklären, dass das Kind nicht taub oder schwerhörig ist. Alle weiteren Sorgen sind vor dem dritten Lebensjahr zumeist unbegründet. Natürlich ist es wichtig, Sprachstörungen wie Dyslexie oder Legasthenie frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Doch zumeist ist es die übertriebene Sorge der Eltern, die das Kind am Sprechen hindert. Manche Kinder werden von den Eltern auch zu gut verstanden. Sie sehen keinen Sinn in der Verwendung von Sprache. Daher gilt: Unbedingt Ruhe bewahren. Beobachten Sie Ihr Kind und sein Sprachverhalten sehr genau. Doch setzen sie es und sich selbst nicht unter Druck.
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