Linkshänder nicht umerziehen

Alles über die Linkshändigkeit

Statistisch sind Linkshänder seltener als Rechtshänder. Die Alltagswelt ist daher auf Rechtshändigkeit ausgelegt. Linkshändigkeit wird vielerorts sogar als etwas Schlechtes angesehen. Nicht zuletzt deshalb werden bis heute viele Kinder auf die rechte Hand umgeschult. Das hat jedoch zumeist schädliche Folgen für die Entwicklung des Kindes. Schulen Sie Ihr Kind keinesfalls um. Es gibt genügend Wege, mögliche Alltagsprobleme zu bewältigen. Alles über die Linkshändigkeit.

Alles über Linkshänder

Wie man zum Linkshänder wird, ist bisher noch ungeklärt. Linkshändigkeit ist aber wahrscheinlich die Folge einer Dominanz der rechten Gehirnhälfte. Diese wird vermutlich durch die Konzentration an Sexualhormonen im Mutterleib hervorgerufen. Es sprechen außerdem viele Argumente für eine genetische Ursache der Linkshändigkeit. Allerdings konnte noch kein zuständiges Gen entschlüsselt werden. Gegen diese These sprechen Untersuchungen an eineiigen Zwillingen. Bei diesen kommen auch unterschiedliche Präferenzen bei der Verwendung der Hand vor. Dies dürfte nicht der Fall sein, wenn die Händigkeit genetisch bedingt wäre.  

Woran erkennt man Linkshändigkeit?

Die Präferenz einer Hand bildet sich erst mit der Zeit aus. Bis zum vierten Lebensjahr kann Ihr Kind durchaus beide Hände verwenden. Sie sollten dies keinesfalls unterbinden. Am besten erkennen Sie die Händigkeit beim Malen. Mit welcher Hand führt Ihr Kind den Stift? In Zweifelsfällen kann ein professioneller Berater die Händigkeit feststellen. Hierzu führt er mit dem Kind verschiedene Aufgaben durch. Es soll auf einen Gegenstand zeigen, ein Blatt Papier zerreißen oder sich die Zähne putzen. Er kann Ihrem Kind auch unerwartet etwas zuwerfen. Der Greifreflex ist nicht bewusst gesteuert. Ihr Kind wird daher die „richtige“ Hand zum Fangen verwenden. Dieser Test ist wissenschaftlich jedoch nicht anerkannt.  

Mögliche Folgen einer Umerziehung  

Eine Umerziehung von Linkshändern ist nicht sinnvoll und sogar gefährlich. Beispielsweise beim Schreiben mit der „falschen“ Hand. Hier wird nämlich die eigentlich zuständige Gehirnhälfte unterdrückt. Die Schwächere muss die Arbeitsprozesse regeln. Dies führt einerseits dazu, dass der Schreibprozess komplizierter wird. Ihr Kind wird Schwierigkeiten mit dem Schreiben bekommen. Doch die Folgen der Umerziehung sind viel weitreichender.  

So leiden umgeschulte Kinder oft unter Gedächtnisschwierigkeiten und Konzentrationsschwächen. Die gesunden Abläufe im Gehirn sind gestört. Entsprechend kann das Gehirn nicht effektiv arbeiten. Hinzu kommen häufig Legasthenie und feinmotorische Schwierigkeiten. Dies kann sich in einer Links-Rechts-Schwäche, in einem schlechten Schriftbild oder Sprachproblemen wie Stottern zeigen.  

Aus diesen Folgen der Umerziehung bei Linkshändigkeit ergeben sich weitere Folgen. So treten bei solchen Kinder immer wieder Minderwertigkeitskomplexe auf. Sie fühlen sich den anderen Kindern unterlegen. 

Ein solches Kind zieht sich zurück und meidet den Kontakt mit anderen Menschen. Auch Prüfungssituationen meistert es nur schlecht. Entsprechend schwankend sind auch die schulischen Leistungen. Die Umerziehung kann aber auch Bereiche betreffen, die zunächst nichts mit der Verwendung der „falschen“ Hand zu tun haben. So treten bei solchen Kindern oft Bettnässen, psychosomatische Störungen, Schlafprobleme, Tics oder schnelle Ermüdbarkeit auf. Diese Folgen treten natürlich nicht alle gleichzeitig auf. Sie sind in der Regel auch nicht alleinig auf die Umerziehung zurück zu führen.  

Alltagsprobleme und Lösungen

Der Alltag bietet Linkshändern gewisse Hindernisse. Seien es Scheren, Anzeigen an Mikrowelle oder Kaffemaschine, Dosenöffner oder die Halterung fürs Klopapier. Diese befindet sich traditionell immer rechts neben der Toilette. Die Alltagswelt ist auf Rechtshänder ausgelegt. So ist das kalte Wasser immer rechts und das warme immer links. Im Auto sind Zündschloss, Gangschaltung und Handbremse auf der rechten Seite. Ringbücher haben die Ringe auf der linken Seite und Musikinstrumente sind für Rechtshänder ausgelegt.  

All diese Hindernisse sind unschön. Sie sind aber kein Grund für eine Umerziehung. Immer mehr Läden bieten bereits Produkte für Linkshänder an. So zum Beispiel Bleistifte, Anspitzer, Feuerzeuge, Korkenzieher, Möbel und Spülen. Es gibt Fahrschulen, deren Autos das Steuerrad auf der rechten Seite haben. Allerdings muss man sich danach ein entsprechendes Auto kaufen. Auch Musikinstrumente werden für Linkshänder entworfen. Es erfordert eine gewisse Anstrengung mit Linkshändigkeit durchs Leben zu kommen. Es ist aber durchaus möglich.

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