Urvertrauen aufbauen

Vertrauensvoll ins Leben starten

Das Urvertrauen bildet sich in den ersten Wochen und Monaten des Lebens eines Kindes. Es lernt hier, dass die Eltern für es da sind, seine Bedürfnisse verstehen und sich um es kümmern. Kinder, die mit einem solchen Urvertrauen aufwachsen, haben später ein harmonischeres Leben. Leider ist es nicht immer leicht, geduldig, verständnisvoll und liebend zu sein. Das heißt aber nicht gleich, dass ein Kind das Vertrauen zu den Eltern verliert. Wie Sie bei Ihrem Kind Urvertrauen aufbauen können, erfahren Sie hier.

Fürsorge schafft Urvertrauen

Das Urvertrauen ist eines der größten Geschenke, das Eltern einem Kind mitgeben können. Wer sich als Kind geliebt, geborgen und angenommen fühlt, entwickelt ein unumstößliches Vertrauen. Sowohl zu den Eltern als auch zu sich selbst und in die Welt. Dieses Vertrauen hilft dabei, das Leben zu genießen und auch schwierige Zeiten zu überstehen. Dieses Urvertrauen bildet sich insbesondere in den ersten Monaten nach der Geburt aus. Ein Kind merkt hier, dass seine Bedürfnisse verstanden und ernst genommen werden. Zum Beispiel wenn die Eltern es füttern, wickeln, trösten oder mit ihm spielen. Die Mutter-Kind-Beziehung beginnt allerdings schon vorher.

Urvertrauen aufbauen

Während der Schwangerschaft hat die werdende Mutter Zeit, Kontakt mit ihrem Kind aufzunehmen. Zum Ende der Schwangerschaft wird dieser Kontakt vereinfacht, weil der Körper der Mutter Endorphine ausschüttet. Dieses Glückshormon wird während der Geburt durch den Botenstoff Oxytocin ergänzt. Dieser Stoff ist auch als Bindungs- oder Liebeshormon bekannt. Viele Mütter berichten von einem Glücksgefühl trotz aller Schmerzen. Beim ersten Trinken des Kindes an der mütterlichen Brust, erhält die Mutter noch einen zweiten Schub dieses Hormons. Hierdurch knüpft sie sofort eine enge Beziehung zu ihrem Kind.

Leider ist dies nicht bei allen Geburten möglich. Bei Notkaiserschnitten oder Geburten mit einer PDA kann dieses „Bonding“ nicht zum Tragen kommen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Mutter und Kind keine enge und innige Beziehung aufbauen können. Denn so wichtig das Bonding auch ist: Das Urvertrauen wird insbesondere durch den Umgang der Eltern mit dem Kind während der ersten Lebensmonate geschaffen. Urvertrauen aufbauen gelingt durch einen kontinuierlichen und liebevollen Kontakt der Eltern zum Baby von Geburt an.

Liebende Fürsorge schafft Urvertrauen

Ein Kind möchte sich bei seinen Eltern in Sicherheit fühlen. Es will sich darauf verlassen, dass seine Bedürfnisse angemessen befriedigt werden. Zum Beispiel, indem die Mutter das Kind stillt, sobald es Hunger hat. Oder aber, indem der Vater das Kind tröstet und massiert, wenn es Bauchkrämpfe hat. Das Kind muss wissen, dass seine Eltern immer und überall für es da sind. Wenn es sich mit all seinen Bedürfnissen angenommen und verstanden fühlt, bildet sich das Urvertrauen aus.

Neben der vorbehaltlosen Liebe der Eltern, sind klare Regeln und feste Rituale entscheidend. Ein Kind muss sich darauf verlassen können, dass das Wort der Eltern gilt. Inkonsequenz und Stimmungsschwankungen verunsichern ein Kind. Es hat keine klaren Grenzen, an denen es sich orientieren kann. Das beeinträchtigt das Urvertrauen. Wenn ein Kind nicht weiß, was seine Eltern erwarten und wie sie reagieren wird es zu einem Einsiedler oder einem Rebellen. Denn es fehlt ihm die Fähigkeit zu vertrauen, weil jeden Tag andere Spielregeln gelten.

Kinder brauchen liebende, keine perfekten Eltern

Trotz alledem brauchen Kinder keine perfekten Eltern. Jeder darf auch einmal ungeduldig, gestresst und ungerecht sein. Das ist nicht schön, zerstört aber nicht sofort das Urvertrauen. Ein Kind, dass sich liebevoll angenommen weiß, kann seinen Eltern auch mal einen Fehltritt verzeihen. Wichtig ist, dass es als Person angenommen und mit seinen Bedürfnissen ernst genommen wird. Das bedeutet auch, dass ein Kind kein teures Spielzeug, keine aufwendigen Förderprogramme oder ausgefallene Hobbies braucht. All das ist schön, für das eigentliche Urvertrauen aber unerheblich.

Daher ist es keine Schande, einmal um Hilfe zu bitten. Wenn jemand Sorgen oder Fragen in der Erziehung hat, ist er nicht gleich eine schlechte Mutter oder ein schlechter Vater. Etwa 10% aller Frauen haben eine postnatale Depression. Viele Väter können mit kleinen Kindern überhaupt nichts anfangen. Um Hilfe zu bitten ist daher gut für das Kind und stärkt sein Urvertrauen.

 

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