Erste große Liebe
Verliebte Jugendliche

Ihr Kind ist verliebt
Die erste große Liebe ist vor allem eins: Überwältigend. Viele neue Gefühle, Erfahrungen und Fragen stürzen auf Ihr Kind ein. Damit umzugehen ist eine große Herausforderung. Doch auch für Sie als Eltern stehen zahlreiche Veränderungen bevor. Sie müssen den Gedanken akzeptieren, dass sich Ihr Kind mehr und mehr von Ihnen löst. Der neue Partner ist auch eine neue Ansprechstation. Ihr Kind wird mit seinen Gedanken, Wünschen und Ängsten nicht mehr nur zu Ihnen kommen. Versuchen Sie dies als eine Bereicherung zu sehen. Sie sind nicht mehr die einzige Anlaufstelle für Ihr Kind.
So reagieren viele Eltern
Väter von Töchtern sind häufig sehr ängstlich. Sie wollen ihren kleinen Liebling beschützen. Nicht selten spielt auch Eifersucht eine Rolle. Deswegen sind Väter den Freunden der Tochter zunächst oft skeptisch und abweisend gegenüber. Sie haben das Gefühl, dass ihnen jemand ihren kostbarsten Schatz rauben will. Bei Söhnen überwiegt hingegen oftmals der Stolz. Väter bewundern es, wenn ihr Sohn zum ersten Mal eine Freundin mitbringt.
Mütter sind in der Regel sehr durch ihre eigenen Erfahrungen geprägt. Entsprechend reagieren sie auf die erste Beziehung ihrer Kinder unterschiedlich. So wollen Mütter, die schlechte Erfahrungen mit Beziehungen gemacht haben, ihre Töchter beschützen. Sie wollen die Beziehung des Kindes kontrollieren und reglementieren. Gerade das wollen Jugendliche aber nicht. Sind die Erfahrungen der Mutter hingegen positiv, so unterstützt sie die Tochter und freut sich mit ihr. Die Freundin des Sohnes wird entweder als Konkurrenz oder als Bereicherung verstanden. Viele Mütter von Söhnen sehen die Freundinnen als die Töchter an, die sie selbst nie gehabt haben. Andere empfinden sie als Widersacherin.
Wie die Beziehung zu ihrem Kind weiterhin gelingt
Eine erste Beziehung ist immer auch das Streben nach Selbständigkeit. In diesem Bestreben sollten Sie Ihr Kind weitestgehend unterstützen. Mischen Sie sich nicht zu sehr ein. Gerade dann, wenn Ihnen der Partner Ihres Kindes nicht zusagt. Zu viel Zwang und Kontrolle treibt die Liebenden meist nur noch enger zusammen. Außerdem entfremdet sich ihr Kind so von ihnen. Allerdings können und sollten Sie Ihre Bedenken offen anmelden. Beispielsweise, wenn der Partner aus einem anderen Umfeld kommt oder vielleicht viel älter ist. Allgemeinplätze und Verbote sind allerdings nicht hilfreich. Sprechen Sie vielmehr von ihren eigenen Erfahrungen. Diese sind viel greifbarer und glaubwürdiger.
Versuchen Sie außerdem, sich nicht zu viel zu sorgen. Sie haben ihrem Kind alles mitgegeben, was Sie ihm zu geben hatten. Es ist an ihm, daraus etwas zu machen. Die meisten Jugendlichen bekommen das sehr gut hin. Sie sind verantwortungsbewusster als viele Erwachsene glauben. Und sie orientieren sich an ihren Eltern viel stärker, als sie es selbst wahrhaben wollen. Versuchen Sie vielmehr, die neue Situation für sich zu nutzen. Natürlich sind die ersten Beziehungen der Kinder ein Generationswechsel. Doch lassen Sie sich davon nicht verstimmen. Genießen Sie die zusätzliche Freizeit. Unternehmen Sie wieder mehr als Paar. Das wird Ihrer Beziehung sehr gut tun. Und letztlich auch der Beziehung ihres Kindes.
Ist Sexualität ein Tabuthema?
Viele Jugendliche schämen sich, mit Ihren Eltern über Sexualität zu sprechen. Es ist daher sinnvoll, nur solche Themen zu besprechen, über die Ihr Kind von sich aus sprechen will. Einige Themen sind aber sehr grundlegend. So sollten Sie zu Beginn der Pubertät unbedingt über Verhütungsmittel und HIV sprechen. Studien zeigen, dass sehr viele Jugendliche in diesen Bereichen kaum etwas wissen. Versuchen Sie auch hier, glaubwürdig zu sein. Sprechen Sie von Ihren eigenen Erfahrungen.
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