Kinder streiten

Streiten will gelernt sein

Streiten will gelernt sein. Und das geht am besten mit Menschen, die einem besonders nahe stehen. Es ist wichtig zu lernen, dass bei einem Streit nicht gleich die Welt zusammen bricht. Doch auch die Art des Streitens muss erlernt werden. Wie kann ich meinen Standpunkt mit Worten vertreten, ohne Gewalt anzuwenden? Das gilt für Kinder ebenso wie für Eltern. Wer das Streiten richtig beherrscht, kommt im Leben weiter. Alles über das Streiten.

Streit reinigt die Luft

Ein Streit reinigt die Luft. Er lässt die Positionen aller Beteiligten klar werden. Und er fordert zu einem Kompromiss heraus. Nur wer streitet, kann Probleme benennen und lösen und sich später wieder vertragen. Streit ist somit ein Beziehungstest. Ein Kind das streitet, fürchtet sich um die Beziehung zu Eltern oder Freunden. Es kann sich nicht vorstellen, dass ein Streit auch wieder einmal vorbei geht. Daher erkennt es an einem Streit, wie stark die Beziehung ist. Die Eltern und Freunde lieben einen, auch wenn man einmal streitet. Dies weckt Vertrauen in einem Kind.

Gerade in der Familie kann man die richtige Art zu streiten lernen. Denn wie überall im Leben, gehören auch hier Meinungsverschiedenheiten zum Tagesgeschäft. Im familiären Umfeld können sich alle Beteiligten der Liebe des anderen sicher sein. Kinder können hier hervorragend lernen, dass ein Streit heilsam sein kann. Viel eher als künstliche Harmonie. Und wenn sie das lernen, kommen sie auch in Meinungsverschiedenheiten mit Freunden, Lehrern und später Arbeitgebern und Kollegen klar.

Kinder streiten

Kinder streiten sich oft wegen Kleinigkeiten. So kommt es zumindest den Erwachsenen vor. Je nach Temperament des Kindes, kann der Streit unterschiedlich ausgetragen werden. Von Weinen über Schimpfen bis hin zu fliegendem Spielzeug ist alles möglich. Wichtig ist, dass die Wut nicht verboten wird. Das Kind sollte seine Gefühle nicht unterdrücken müssen. Aber es sollte wissen, dass es nur auf eine bestimmte Art wütend sein darf. Nämlich so, dass niemand anders und auch es selbst nicht zu Schaden kommt.

Vermitteln sie Ihrem Kind diese Werte. Und dann lassen Sie es seine eigenen Erfahrungen sammeln. Schreiten Sie nicht sofort ein, wenn Kinder miteinander streiten. Oftmals können sie nämlich erstaunliche Kompromisse selbständig finden. Hierbei lernen sie, auf ihr eigenes Urteil zu vertrauen. Ihr Kind ist nicht abhängig von Ihnen als Schiedsrichter. Greifen Sie daher nur ein, wenn eine akute Gefahr für Ihr Kind oder andere besteht. Schließlich können Sie in den wenigsten Fällen genau ermitteln, wer „Schuld“ hat. Und in der Regel sind beide Beteiligten nicht unschuldig. Nehmen Sie Ihren Kindern den Konflikt nicht ab. Schaffen Sie vielmehr Anreize, den Konflikt eigenständig zu lösen. Zum Beispiel Fernsehverbot, wenn die Kinder sich nicht vertragen können. Sie werden feststellen, wie schnell ein Kompromiss gefunden wird.

Wenn Eltern streiten

Kinder dürfen es mitbekommen, wenn die Eltern streiten. Das zeigt ihnen, dass ein Streit zum Leben dazugehört. Zudem können sie Streitstrategien lernen, wie man angemessen miteinander umgeht. Vorgetäuschte Harmonie bekommen Kinder sehr schnell mit. Wenn Sie als Eltern dann behaupten, alles sei gut, vertraut Ihr Kind seinem Urteil nicht mehr. Im schlimmsten Fall denkt es sogar, dass es an der schlechten Stimmung verantwortlich ist. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass das nicht stimmt. „Mama und Papa streiten sich zwar, aber das hat nichts mit dir zu tun. Wir haben dich lieb und alles wird wieder gut.“ Solche Sätze helfen Ihrem Kind. Es versteht die Situation besser und erkennt, wozu Streit dienen kann. Niemals dürfen Sie Ihr Kind aber zum Schiedsrichter innerhalb des Streits machen. Ganz egal, wie alt Ihr Kind ist. Es wird sich dadurch in jedem Fall überfordert fühlen. Tragen Sie Ihre Konflikte untereinander aus. Und machen Sie den Partner keinesfalls schlecht vor dem Kind.

Wenn Eltern mit Kindern streiten

Auch Kinder und Eltern streiten sich hin und wieder. Allerdings ist dies kein Streit unter Gleichen. Eltern sind den Kindern überlegen. Sowohl rhetorisch als auch in Sachen Macht. Schließlich sind Eltern für ihre Kinder verantwortlich. Somit treffen sie letztlich alle Entscheidungen. Wichtig ist, dass Sie diese Machtstellung nicht ausnutzen. Nehmen Sie die Meinung Ihres Kindes ernst. Streiten Sie ausschließlich mit Argumenten und nicht mit Sarkasmus oder Ironie. Ihr Kind wird das nicht verstehen und darunter leiden. Machen Sie bei Ihrem Streit zudem klar, dass Sie Ihr Kind trotzdem lieben. Bei einem Streit braucht ein Kind ein starkes Gegenüber. Sie müssen mit Ihrem Kind streiten und ihm gleichzeitig Halt geben. Gehen Sie solchen Konflikten nicht aus dem Weg. Aber kämpfen Sie nur mit fairen Mitteln und ohne zu verletzen. So lernt Ihr Kind, wie es angemessen und effektiv streiten kann.

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