Nehmen Sie ihr Kind ernst

Liebeskummer bei Teenagern

Die erste große Liebe ist aufregend. Viele Jugendliche halten sie sofort für die Liebe ihres Lebens. Entsprechend hart trifft es sie, wenn die Beziehung zerbricht. Liebeskummer, Schmerz und Selbstzweifel herrschen dann in Ihnen. Eltern wollen dann sehr gerne helfen. Die wichtigste Regel hierfür ist: Da sein, aber nicht aufdrängen. Auf was Sie achten müssen.

Liebeskummer bei Teenagern

Für viele Eltern ist das schwer zu akzeptieren. Der kleine Liebling hat doch eben noch im Sandkasten gespielt. Und jetzt hat er sich weinend in sein Zimmer verkochen. Liebeskummer. Ist es dafür nicht noch viel zu früh? Nein, ist es nicht. Kinder und Jugendliche entwickeln sich heutzutage viel schneller als noch vor dreißig Jahren. Schon mit 13 sammeln sie erste Erfahrungen mit dem Thema Liebe. Das fordert ihnen sehr viel ab. Und leider gehen dabei nicht alle Träume und Wünsche in Erfüllung. Es ist ganz natürlich, dass Sie ihrem Kind helfen wollen. Doch drängen Sie sich nicht auf. Ihr Kind wird Ihnen schon zeigen, wenn es Sie braucht. Auf einige, wichtige Dinge sollten sie aber unbedingt achten.

Problem ernst nehmen

 

Wichtig ist, dass Sie die Gefühle Ihres Kindes ernst nehmen. Viel zu oft tun Erwachsene das Problem nämlich einfach ab. „Das war doch ein Mistkerl.“ „Die hat dich doch niemals wirklich geliebt.“ „Es schwimmen noch viele Fische im Teich.“ Genau das will man in einer solchen Situation aber nicht hören. Man liebt den anderen doch. Die Eltern wollen die große Liebe bloß mies machen. Viele Kinder empfinden solche Ratschläge eher als Beleidigung denn als Hilfe. Auch sollten Sie die Reaktionen Ihres Kindes richtig einschätzen. Oftmals empfinden Jugendliche mit Liebeskummer Hilflosigkeit und Wut. Mit diesen Gefühlen müssen sie lernen, umzugehen. Manchmal entladen sich diese Gefühle an falscher Stelle. Sie als Eltern kommen dabei oft ins Schussfeld. Legen Sie daher nicht jedes Wort auf die Goldwaage. Versuchen Sie, die Gefühle Ihres Kindes zu verstehen. Ohne ihm aber jede Frechheit durchgehen zu lassen.  

Haben Sie offene Ohren 

In der Regel wollen Teenager bei Liebeskummer keine Ratschläge. Vielmehr wollen sie sich mitteilen. Seien Sie also da, wenn Ihr Kind sprechen möchte. Hören Sie ihm zu. Am besten ohne zu kommentieren und zu werten. Lassen Sie Ihr Kind einfach erzählen. Wenn Sie etwas sagen wollen, dann tun sie dies ganz persönlich. Erzählen Sie von Ihren eigenen Erfahrungen. Von einem Jungen, der sein Mädchen an einen Älteren mit Auto verloren hat. Oder von dem jungen Mädchen, dessen Freund nichts mehr von ihr wollte. Ehrliche Geschichten sind viel hilfreicher als Allgemeinplätze. Signalisieren Sie Ihrem Kind auch immer Ihre Unterstützung. Bieten Sie Ihm Ausflüge und gemeinsame Unternehmungen an. Diese lenken manchmal vom Liebeskummer ab. Auch eine Anmeldung zu einem Kurs, der Ihr Kind interessiert, könnte helfen. Manche Kinder freuen sich auch über einen flexibleren Zapfenstreich. Alles was ablenkt ohne zu verdrängen ist gut. Und allein das Wissen, dass da jemand ist, dem man nicht egal ist, hilft oft schon viel. Seien Sie aber nicht zu enttäuscht wenn Ihr Kind diese Angebote nicht annimmt. Manche Jugendliche müssen die Situation mit sich selbst klären. Andere sprechen über Ihre Gefühle leichter mit einem Freund. Doch bieten Sie immer unverbindlich ein Gespräch an, ohne sich aufzudrängen.  

Ihre Grenzen einschätzen

 

Manchmal kann Liebeskummer krankhaft werden. Essstörungen, vernachlässigte soziale Kontakte, Schönheitswahn, übertriebener Sport oder Drogenkonsum können auftreten. Hiermit sind Sie als Eltern höchstwahrscheinlich überfordert. Zögern Sie nicht, Hilfe anzunehmen. Vertrauenspersonen, Lehrer, Priester oder Sorgentelefone können die richtige Anlaufstelle sein. Doch haben Sie keine unnötige Angst. Liebeskummer ist etwas ganz Normales. In den meisten Fällen dauert er immer nur kurz an. Ihr Kind wird das schaffen und gereifter daraus hervorgehen. Und erinnern Sie sich an Ihren eigenen ersten Herzschmerz. Dann werden Sie genau wissen, was Ihr Kind möchte. Einen verständnisvollen Zuhörer, der da ist, sich aber nicht aufdrängt.

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