So entgehen Sie „Verwöhn-Fallen“

Kinder verwöhnen

Eltern wollen, dass ihr Kind glücklich ist. Soweit so gut. Allerdings neigen viele Erwachsene zum Kinder Verwöhnen. Sie schenken ihrem Kind zum Beispiel zu viele Dinge. Oder sie nehmen ihrem Kind unschöne Aufgaben ab. Das ist lieb gemeint, behindert aber die Entwicklung des Kindes. Es lernt nicht, Probleme selbständig zu lösen und sein Leben selbst zu meistern. Wie viel Verwöhnen angemessen ist und wie Sie „Verwöhn-Fallen“ vermeiden, erfahren Sie hier.

Kinder angemessen verwöhnen

Es ist angenehm, verwöhnt zu werden. Unangenehme Aufgaben werden einem abgenommen oder man bekommt tolle Geschenke. Zu viel Verwöhnung macht jedoch unselbständig. Ein Kind lernt nicht, mit Schwierigkeiten und Herausforderungen umzugehen. Es verlässt sich immer darauf, dass die Eltern schon alles regeln werden. Beim Verwöhnen muss daher ein schmaler Grat beschritten werden. Sie möchten Ihrem Kind zeigen, dass Sie es lieben aber immer für es da sind. Gleichzeitig müssen Sie ihm Raum geben, um sich selbst zu entfalten. 

Hierbei ist die Frage zu klären: Was sind die Grundbedürfnisse Ihres Kindes? Gerade bei Säuglingen muss diese Frage immer wieder geklärt werden. Sie müssen erkennen, was das Baby braucht, und es ihm geben. Größere Kinder entwickeln jedoch einen eigenen Willen. Sie merken, dass die Eltern auf ihr Verhalten reagieren. Dann setzen sie ein bestimmtes Verhalten zielgerichtet ein. Und dann geht es schnell um mehr als Grundbedürfnisse.

Suchen Sie daher mit Ihrem Partner einen klaren Erziehungsweg. Was soll das Kind dürfen? Welche Aufgaben möchten Sie lieber selbst übernehmen? In welchem Bereich muss Ihr Kind Rücksicht nehmen? Und in welchen Bereichen soll  Kinder verwöhnen erlaubt sein? Beantworten Sie diese Fragen ehrlich und halten Sie sich daran. Fragen Sie sich auch, warum Sie Ihr Kind verwöhnen möchten. Nicht selten spielt hierbei die eigene Bequemlichkeit eine Rolle. Wenn Eltern zum Beispiel nicht mit ihrem Kind diskutieren oder es zur Ruhe bringen wollen.

So machen Sie Ihr Kind selbstständig

„Ich mache das schnell für sich.“ Ein liebevoller aber oftmals grundfalscher Satz. Denn Ihr Kind gewöhnt sich an Ihre Fürsorge. Es muss sich nicht selbständig anziehen, alleine essen oder ein Stück alleine laufen. Es wird immer angezogen, gefüttert und getragen. Das ist bequem. Aber es fördert definitiv keine Selbständigkeit. Im schlimmsten Fall lernt Ihr Kind, dass es nichts kann und von ihnen abhängig ist. Versuchen Sie daher, Ihr Kind möglichst alles alleine probieren zu lassen. Egal, ob es klappt oder nicht. Passen Sie Ihre Zeitplanung dem Kind an. Und loben sie es für Fortschritte.

Ähnliches gilt für den Satz: „Ich kämpfe für dich.“ Hier ist der Wunsch zu beschützen groß. Vor anderen Kindern auf dem Spielplatz oder in der Schule zum Beispiel. Wenn Eltern immer sofort einschreiten, verlieren die Kinder den Mut, Konflikte selbst auszutragen. Sie bekommen Angst vor anderen Menschen und setzen sich für ihre Bedürfnisse nicht selbst ein. Versuchen Sie auch hier, Ihr Kind eigene Erfahrungen sammeln zu lassen. Oft können Kinder Probleme erstaunlich selbständig lösen. Greifen Sie nur dann ein, wenn eine akute Gefahr für Ihr Kind oder andere besteht.

Ein weiterer Satz dieser Kategorie ist: „Ich habe große Angst um dich“. Zum Beispiel dann, wenn ein Kind alleine Treppen steigen, am Klettergerüst klettern oder Experimente durchführen will. Entweder übernehmen die Eltern die Aufgabe oder sie verbieten sie ganz. Hierdurch entwickelt das Kind Angst vor der Welt. Es fürchtet sich vor allem und jedem. Es wird keine Herausforderungen mehr annehmen, aus Angst, was alles passieren könnte. Auch hier ist daher wichtig, Ihr Kind Abenteuer erleben zu lassen. Aufgeschürfte Knie oder eine Beule müssen akzeptiert und liebevoll behandelt werden.

Kinder verwöhnen: So schenken Sie Ihrem Kind nicht zu viel

Verwöhnen bedeutet aber auch, dem Kind zu viel zu schenken. Zum Beispiel Markenkleidung, Spielzeug oder Statussymbole. Ihr Kind kann all diese Geschenke nicht wertschätzen. Im Gegenteil ist es dadurch überfordert. Beschränken Sie sich daher in Ihrem Wunsch zu schenken. Und sagen Sie das auch den Großeltern und anderen Verwandten. Eine weitere Verwöhn-Falle kann darin liegen, immer für das Kind da sein zu wollen. Gerade Alleinerziehende neigen hierzu. Sie stellen die eigenen Bedürfnisse zurück, um die Wünsche des Kindes erfüllen zu können. Ein Kind kann auch hierfür nicht dankbar sein. Es nimmt die Aufmerksamkeit als selbstverständlich. Es lernt nicht, eigene Bedürfnisse auch einmal zurückzuschrauben, um andere glücklich zu machen. Am besten ist es, wenn Sie feste Zeiten für das Kind und feste Zeiten für sich haben. So zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie es lieben. Gleichzeitig kommen Ihre eigenen Bedürfnisse und wichtige Aufgaben aber nicht zu kurz.

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