Begabte Kinder
Einseitige Begabung bei Ihrem Kind

Lernprofil Ihres Kindes
Jedes Kind hat sein individuelles Lernprofil. Das bedeutet, dass es in verschiedenen Bereichen zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich stark oder schwach ist. Dieses Lernprofil setzt sich aus den Faktoren Begabung/Intelligenz, Motivation, Erwartung der Eltern und Kompensation zusammen. Für manche Fächer hat ein Kind eben ein Talent. Für andere ist es besonders motiviert. Zum Beispiel, wenn die Eltern in diesem Fach hohe Erwartungen haben. Manch ein Kind wird in einem Fach auch besonders gut, weil es von den schlechten Noten in einem anderen Fach frustriert ist. All diese Faktoren beeinflussen die Art des Lernens und somit das Lernprofil eines Kindes.
Begabte Kinder - Einseitige Begabung
Nicht selten kommt es vor, dass dieses Profil einseitig ausgeprägt ist. Zum Beispiel, wenn das Kind eine einseitige Begabung in Mathematik und eine Schwäche in Deutsch hat. Auch umgekehrt kommt es nicht selten vor. Dies ist für das Fach, wo fast ausschließlich schlechte Noten erzielt werden, unschön. Dennoch ist es im individuellen Lernprofil eines Kindes ganz normal. Dennoch gibt es Strategien, mit denen ein Kind auch in einem Problemfach erfolgreich(er) sein kann.
Noten sind kein guter Spiegel der Begabung
Die Begabung lässt sich nur sehr bedingt an den Schulnoten ablesen. Es gibt begabte Kinder die schlechte Schulnoten bekommen. Gerade in der Grundschule, wo Kinder frühzeitig gefördert werden können, wären daher verbale Beurteilungen sinnvoller. Die Schulnote kann nur eine erbrachte Leistung widerspiegeln. Der Einsatz, die Motivation und die Kompensation werden dadurch nicht abgebildet. Schulnoten sind daher zu einseitig. Sie bilden einen Makel im Lernprofil eines Kindes ab, statt Verbesserungsvorschläge zu machen. Dieser Makel führt zu Scham und im schlimmsten Fall zur Resignation. Eine schriftliche Bewertung kann hingegen das Lernprofil besser abbilden. Zudem kann sie hilfreiche Tipps geben, wie die Ergebnisse innerhalb einer Arbeit verbessert werden können.
So gehen Sie Problemfächer optimal an
In der Regel fehlt es Kindern in Problemfächern nicht an Begabung sondern an Motivation. Es ist alles schwerer, wenn einem der Stoff nicht leicht fällt sondern man konsequent dafür arbeiten muss. Daher sollten die Lerneinheiten für ein Problemfach reizvoll gestaltet werden. Zum Beispiel indem Ihr Kind mit Mitschülern oder älteren Kindern zusammen lernt. Das muss nicht sofort eine Nachhilfe sein. Alleine das Lernen in einer Gruppe macht schon viel aus. Gleichaltrigen kann sich Ihr Kind vielleicht leichter öffnen, als der Autoritätsperson Lehrer. Es kann seine Fragen stellen, ohne schlechte Noten erwarten zu müssen.
Wenn Ihr Kind das nicht möchte oder kann, sind Sie gefragt. Erarbeiten Sie die Aufgaben des Problemfaches gemeinsam mit Ihrem Kind. Versuchen Sie herauszufinden, woher die Verständnisschwierigkeiten kommen. Vielleicht fehlt Ihrem Kind einfach der Realitätsbezug. Wenn es ums Dividieren geht, können Sie gemeinsam das Essen auf die Familienmitglieder verteilen. Dann wird das Lernen zum Spiel und hat mit dem echten Leben zu tun. Wenn die Schwierigkeiten im Fach Deutsch liegen können sie gemeinsam Bücher lesen, Briefe schreiben oder ausgiebige Unterhaltungen führen. Ihr Kind kommt hierdurch mit Sprache in Kontakt. Das wird den Zugang zum Fach Deutsch erheblich erleichtern.
Zudem ist es wichtig, dass Ihr Kind einen Lernrhythmus entwickelt. So sollte es täglich für das Problemfach eine bestimmte Zeit investieren. Nicht nur am Tag vor dem Unterricht oder in der Zeit vor einer Prüfung. Nicht zuletzt hilft es auch, wenn Ihr Kind das Problemfach geschickt in das Lernpensum einbaut. Zum Beispiel, wenn es die Hausaufgaben des Problemfachs direkt nach denen für ein Fach mit zugänglicherem Lernstoff angeht. Dann ist es bereits im Lernen drin und kann die Aufgaben gezielter lösen. Eine einseitige Begabung bedeutet also nicht automatisch schlechte Noten.
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