Versuch und Irrtum

Arten des Lernens

Kinder wollen in der Welt funktionieren. Hierzu müssen sie wissen, welches Verhalten welche Konsequenzen hat. Dies lernen sie auf verschiedene Weisen. Zum Beispiel durch Versuch und Irrtum. Ein gewünschtes Verhalten kann aber auch verstärkt werden. Nicht zuletzt orientieren sich Kinder an Vorbildern. Lernen Sie im Folgenden diese Arten des Lernens kennen. Dann können sie das Verhalten Ihres Kindes optimal fördern. Rund um Arten des Lernens.

Verhaltensweisen lernen

Kinder wollen häufig etwas. Süßigkeiten, Fernsehen, Spielzeug oder länger wach bleiben. Um dies zu bekommen, verwenden sie viele Strategien. Zum Beispiel bitten sie, jammern, weinen oder schreien sogar. Wenn eine Verhaltensweise keinen Erfolg bringt, wird die nächste ausprobiert. Dies geschieht natürlich unbewusst. Ihr Kind versucht sie nicht gezielt zu manipulieren. Aber es erkennt, welches Verhalten zum Erfolg führt. Beispielsweise wenn Sie bei lautem Weinen immer nachgeben. Weil Sie etwa Ihre Ruhe möchten oder Ihr Kind nicht weinen sehen können. Ihr Kind wird nach und nach die erfolglosen Verhaltensweisen einstellen und immer gleich zu Weinen beginnen.   

Sie haben daher Einfluss darauf, welche Verhaltensweise sich bei Ihrem Kind durchsetzt. Erfüllen Sie seine Wünsche beispielsweise nur, wenn es höflich bittet. Manchmal ist ein Wunsch jedoch nicht zu erfüllen. Dann ist Konsequenz die einzig richtige Methode. Egal wie sich Ihr Kind verhält, Sie geben nicht nach. So wird keine der oben genannten Verhaltensweisen gefördert. Außerdem lernt ihr Kind etwas dabei. Nämlich zu argumentieren, dass es Spielregeln gibt und dass man nicht immer alles haben kann.  

Positive Verstärkung

Die Verstärkung ist ein Lernmodell, welches von Ihnen als Eltern ausgeht. Für ein Kind gibt es verschiedene positive Verstärker. Das können Lob, eine Belohnung oder ein Privileg sein. Setzen Sie solche Verstärker gezielt ein. Nämlich immer dann, wenn Ihr Kind ein erwünschtes Verhalten zeigt. Beispielsweise wenn es höflich ist, sein Zimmer aufräumt oder eine gute Schulnote erreicht. Sie werden feststellen, dass Ihr Kind das belohnte Verhalten wiederholen wird. Vermeiden Sie aber unbedingt die Verstärkung negativer Verhaltensweisen. Geben Sie nicht nach, bloß weil Ihr Kind weint und schreit. Ansonsten wird es dieses Verhalten ebenfalls immer wieder zeigen.  

Lernen am Modell

Kinder orientieren sich an Vorbildern. Das hat einerseits mit Privilegien zu tun. Erwachsene dürfen Dinge tun, die Kindern verboten sind. Andererseits hat es mit Wertschätzung zu tun. Ein Kind bewundert Erwachsene für ihr Können. Außerdem erkennt es sehr schnell, wer gut zu ihm ist, wer nur Nettigkeit vorspielt und wem es egal ist. Das beginnt bei Kleinkindern, ist bei Teenagern aber immer noch der Fall. In jedem Alter der Entwicklung orientieren sich Kinder und Jugendliche an Vorbildern. Und zwar immer an solchen, die sie aus irgendeinem Grund bewundern.  

Daher ist es wichtig, die Eigenschaften eines „guten“ Vorbildes zu kennen. Diese Eigenschaften lassen sich nicht erlernen. Doch es ist hilfreich zu wissen, was Ihr Kind bewundert und woran es sich orientiert. So spielen Sympathie und Ansehen eine große Rolle. Ein strenger, distanzierter Erwachsener kann ein Kind mit Sicherheit erziehen. Er wird aber niemals das Vorbild des Kindes werden. Das Kind möchte zu einem Vorbild nicht nur aufblicken. Es möchte es lieben können.

Daher wird nur ein solcher Erwachsener zum Vorbild, mit dem das Kind emotional verbunden ist. Hinzu kommt die „Attraktivität“ des Vorbildes. Verschiedene Kinder finden unterschiedliche Dinge attraktiv. Zum Beispiel das Alter, die Herkunft, den Humor oder auch das Geschlecht. Hierbei spielen zwei Dinge eine Rolle: Die Identifikation und die Ergänzung. Ein Kind möchte sich mit seinem Vorbild Gemeinsamkeiten haben. Gleichzeitig möchte das Kind in neue Welten eingeführt werden.  

Wenn einige dieser Eigenschaften vorliegen, kann Ihr Kind ein Vorbild finden. Und dann wird es dessen Verhaltensweisen entsprechend nachahmen. Wenn das Vorbild „gut“ ist, wird Ihr Kind davon profitieren. Doch auch ein „schlechtes“ Vorbild wird nachgeahmt. Beispielsweise indem Schimpfwörter aus der Kita mitgebracht werden. Oder um einer Leitfigur in der Schule oder Clique zu gefallen. Sie sollten daher immer ein Auge darauf haben, wen sich Ihr Kind als Vorbild aussucht.

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