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Schwangerschaft und Geburt: Hausgeburt

Krankenhaus- oder Hausgeburt
Die Zahl der Hausgeburten in Deutschland ist im Vergleich zu den Krankenhausgeburten verschwindend gering. Nur zwei Prozent der Frauen entbinden zuhause. Häufig sind dies Zweitgebärende. Viele Frauen fühlen sich in ihrer vertrauten Umgebung am wohlsten und können sich besser entspannen. Das hat einen positiven Effekt auf den Geburtsverlauf. Sie können sich zuhause frei bewegen, sind mobiler und können dadurch die häufig lang empfundene Geburtsdauer besser kompensieren. Dies kann zu einem zügigeren Geburtsverlauf führen. So ist eine Hausgeburt für viele Frauen ein besonders intimes und familiäres Erlebnis. Mit dabei ist natürlich immer eine, manchmal auch zwei Hebammen. Diese beobachtet und überprüft während der ganzen Geburt den Zustand von Mutter und Kind. Falls erforderlich veranlasst sie eine rechtzeitige Verlegung in eine Klinik. Übrigens: die Hebamme kommt auch nach der Entbindung zur Wochenbettbetreuung ins Haus. Für die U2 Untersuchung zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag muss allerdings ein Kinderarzt aufgesucht werden.
Wer kann zuhause entbinden?
Im Prinzip kann jede Frau mit einer problemlosen Schwangerschaft zuhause entbinden. Risikofaktoren wie Herz-, Kreislauferkrankungen, Diabetes, Medikamenten- oder Alkoholabhängigkeit sowie Schwangerschaftserkrankungen wie Gestose schließen eine Hausgeburt allerdings aus. Auch wenn es bei früheren Entbindungen zu starken Blutungen oder einem Kaiserschnitt kam, ist von einer Hausgeburt abzuraten. Spätgebärende ohne gesundheitliche Risiken können ohne weiteres zuhause entbinden. Ganz besonders wichtig bei einer Haugeburt ist der Kontakt zur Hebamme. Deswegen sollten Schwangere möglichst früh eine aufsuchen, die sie während der gesamten Schwangerschaft betreut. Hebammen sind dazu berechtigt, die gesamte Vorsoge zu übernehmen. Ausgenommen sind lediglich einige Besonderheiten, wie etwa die Ultraschalluntersuchungen. Auf Wunsch kann diese jedoch zusätzlich bei dem Frauenarzt in Anspruch genommen werden.
Risiko Hausgeburt?
Viele Mediziner sehen in einer Hausgeburt allerdings ein deutliches Risiko. Das Argument: trotz problemlosen Verlaufs der Schwangerschaft können während der Geburt unvorhergesehene Komplikationen auftreten. Die Zeit, die für die Verlegung in die Klinik benötigt wird, kann wichtige schnelle ärztliche Hilfe oder operative Eingriffe gefährden. Ein möglicher Grund für ein sofortiges ärztliches Eingreifen kann zum Beispiel ein plötzlicher Abfall der Herztöne des Kindes sein. Dann muss innerhalb von Minuten ein Kaiserschnitt erfolgen. Ansonsten kann es zu bleibenden Schäden bei dem Kind kommen. Auch Gebärmutterrisse oder starke Blutungen können mögliche Komplikationen sein. Treten solche Komplikationen im Krankenhaus auf, kann sehr schnell reagiert werden.
Sicherheit: zusätzliche Anmeldung im Krankenhaus
Die „Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe“ hat in einer Studie über häusliche Geburten herausgefunden, dass es Mutter und Kind nach der Geburt erstaunlich gut geht. Die Frauen, die ihr Kind zu Hause bekamen, waren sehr zufrieden und schätzten die vertraute Umgebung sowie die individuelle Betreuung und Begleitung durch die Hebamme. Bei rund 13 Prozent der Frauen ist eine Verlegung in ein Krankenhaus notwendig gewesen. In der Studie wird betont: "Besteht Gefahr für Mutter oder Kind, führt der Weg immer ins nächste Krankenhaus. Die Hebamme begleitet die Gebärende.“ Absichern können sich Frauen, in dem sie sich auf jeden Fall in einem Krankenhaus anmelden. So kann sie sich jederzeit um entscheiden und bleibt frei in ihrer Wahl.
Kosten
Bei einer Hausgeburt fällt Rufbereitschaftsgeld in Höhe von 150 bis 300 Euro an: Diese Kosten müssen selbst getragen werden. Die Hebamme muss sich um den errechneten Geburtstermin ständig bereithalten. Die Krankenkassen übernehmen alle sonstigen Hebammenleistungen für Vor- und Nachsorge sowie die Geburt selbst. Die Hebamme rechnet direkt mit der Kasse ab.
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