Pavor Nocturnus
Nachtschreck bei Kindern

Nachtschreck bei Kindern ist meist harmlos
Der Nachtschreck – auch pavor nocturnus genannt – ist eine Schlafstörung bei Kleinkindern und gelegentlich Säuglingen. Der Nachtschreck tritt bei etwa 15% aller Kinder zwischen 2-6 Jahren auf. Er ereignet sich ganz spontan und verschwindet auch von selbst wieder.
Gelegentlich sind heftige Erlebnisse oder einschneidende Veränderungen im Leben des Kindes Auslöser für den Nachtschreck. Beim pavor nocturnus ist ein Kind nicht in der Lage, von der Tiefschlafphase in die Leichtschlafphase zu wechseln. Diese Schlafstörung ist für Kinder ungefährlich. Durch die Heftigkeit können die Eltern aber leicht überfordert sein und nicht wissen, was sie tun sollen
Pavor Nocturnus: So zeigt sich der Nachtschreck
In der Regel tritt der Nachtschreck noch vor Mitternacht, meist 2-3 Stunden nach dem Einschlafen auf. Das Kind steht oder sitzt im Bett und hat die Augen weit geöffnet. Es sieht aus, als wäre es wach, schläft aber in Wirklichkeit weiter. Beim Nachtschreck schreit ein Kind aus voller Kehle. Ein erhöhter Puls und eine schnelle Atmung lassen sich ebenfalls feststellen. Gelegentlich können zu den Symptomen Schweißausbrüche und Nasenbluten hinzukommen. Das Kind ist wie abwesend und in einer anderen Welt gefangen.
Meist reagiert ein Kind beim pavor nocturnus hysterisch. Es lässt sich nicht anfassen oder auf sonst eine Art beruhigen. Der Schnuller, ein Kuscheltier oder die Trinkflasche werden abgelehnt. Es schlägt um sich oder wirft sich gelegentlich hin und her. Beruhigungsversuche wie Gesang oder gutes Zureden bringen in der Regel nichts. Der Nachtschreck dauert meist nur 10 Minuten. Er kann aber auch eine Stunde lang anhalten. Für die Eltern ist diese Zeit sehr schrecklich.
Wie Sie beim Nachtschreck am besten reagieren
Ein Kind mit Nachtschreck sollte nicht alleine gelassen werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass es sich selbst verletzt. So schwer es auch sein mag: Bleiben Sie bei Ihrem Kind und seien Sie für es da. Selbst wenn es sich nicht beruhigen lässt, wird Ihre Nähe ihm helfen. Versuchen Sie keinesfalls, Ihr Kind zu wecken oder es zu schütteln. Hierdurch wird es noch hysterischer oder wacht mit einem Schrecken auf. Dieses Erlebnis kann sehr unangenehm für ein Kind sein. Denn an sich kann sich das Kind an den Nachtschreck am nächsten Morgen nicht erinnern. Sprechen Sie es auch nicht darauf an. Ansonsten könnte es sein, dass Sie es verunsichern.
Im Normalfall ist der Nachtschreck harmlos. Er tritt nicht regelmäßig auf und verschwindet von alleine wieder. Sollte das nicht der Fall sein oder Sie sonst Ängste haben, sollten Sie den Nachtschreck beim Kinderarzt ansprechen. Dieser kann feststellen, ob es eine körperliche Ursache für den Nachtschreck gibt. Zudem kann er Sie bei Ängsten beruhigen. Sagen Sie Ihrem Kind aber nicht, dass es wegen des Nachtschrecks untersucht wird. Ansonsten könnte es sein, dass es sich für krank hält, obwohl diese Entwicklung ganz harmlos und natürlich ist.
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