Abgrenzung von den Eltern

Kinder lieben Geheimnisse

Kinder lieben Geheimnisse. Sie bedeuten für sie etwas Magisches und Aufregendes. Zunächst sind Geheimnisse etwas ganz Privates. Erst später verbinden sie zwei Menschen miteinander, die ein Geheimnis teilen. Nicht zuletzt deshalb, weil Geheimnisse dabei helfen, sich von den Eltern abzugrenzen. Daher sollten Eltern die Geheimnisse ihrer Kinder respektieren. Welche Rolle Geheimnisse im Leben eines Kindes spielen, erfahren Sie hier.

Geheimnisse respektieren

Für Kinder ist ein Geheimnis etwas Aufregendes. Sie teilen ein Wissen, das niemand anderes hat. Zum Beispiel einen Geheimgang im Park oder das Versteck für die gemeinsame Murmelsammlung. Durch dieses Wissen werden die Kinder miteinander verbunden und die Freundschaft gestärkt. In jüngeren Jahren haben Kinder nur solche schönen Geheimnisse. Kinder lieben Geheimnisse. Erst später kommen schlechte Geheimnisse dazu. Wenn ein Kind zum Beispiel etwas kaputt gemacht oder etwas Verbotenes getan hat. Solche Geheimnisse sind dann nicht mehr mit Abenteuer verbunden. Sie bedeuten vielmehr Angst, Schuld und Reue.

Geheimnisse zeigen Entwicklungsschritte beim Kind an

Nicht zuletzt durch Geheimnisse entdecken Kinder ihre Persönlichkeit. Denn sie lernen, dass es sein kann, dass ein anderer Mensch weniger weiß als sie selbst. Ein Dreijähriger kann sich das noch nicht vorstellen. Er denkt, dass jedes Wissen, das er hat, allen bekannt sein muss. Erst mit etwa fünf Jahren entdecken Kinder ihre „innere Welt“. Ab jetzt werden Geheimnisse interessant. Zunächst als etwas ganz Privates. Ein fünfjähriges Kind behält alle seine Geheimnisse für sich. Sobald es ein Geheimnis mit irgendjemandem teilt, ist es schon kein Geheimnis mehr.

Bei etwa achtjährigen beginnt das Geheimnis dann, zwei Kinder miteinander zu verbinden. Sie erleben eine Zauberwelt, in die nur sie Zutritt haben. Und sie müssen einander vertrauen können, dass keiner ihr Geheimnis verrät. Mit schlechten Geheimnissen können Kinder in diesem Alter aber noch nicht umgehen. Sie petzen schnell, wenn der andere etwas Verbotenes getan hat. Nicht, weil sie Punkte bei den Eltern sammeln wollen. Sondern einfach, weil sie so große Angst haben. Die Fähigkeit, auch schlimme Geheimnisse auszuhalten, entwickeln Kinder oft erst in der Pubertät.

Geheimnisse als Abgrenzung von den Eltern

Mit Geheimnissen grenzen sich Kinder von ihren Eltern ab. Sie wollen das neu entdeckte „Ich“ mit allen Facetten kennen lernen. Hierzu ist es wichtig, etwas zu haben, zu wissen oder zu tun, wovon die Eltern keine Ahnung haben. Das können eine Geheimsprache, ein Versteck für Spielzeug oder ein geheimer Treffpunkt sein. Die Kinder wollen testen, wie viel Selbstkontrolle sie gegenüber den Eltern haben. Sie wollen unabhängig sein. Wer petzt oder ein Geheimnis verrät, hat diese Kontrolle nicht.

Mit der Zeit entwickeln Kinder auch schlechte Geheimnisse. Das hängt in hohem Maße davon ab, welche Strafe die Kinder für ein Vergehen zu erwarten haben. Je strenger die Eltern sind, desto eher behält ein Kind ein solches Geheimnis für sich. Es fehlt ihm das Vertrauen, sich den Eltern anzuvertrauen. Das kann bei Mobbing oder unangenehmen Fremden auf dem Spielplatz sehr gefährlich werden. Daher ist in vielen Fällen Milde der Eltern ratsam. Ein Vergehen sollte verurteilt aber nicht zu hart bestraft werden. So vermitteln Sie Ihrem Kind Werte, riskieren aber nicht sein Vertrauen zu Ihnen.

Kinder lieben Geheimnisse 

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Eltern die Geheimnisse ihrer Kinder respektieren. Denn durch sie entdecken Kinder, dass die Welt tiefgründig ist. Immerhin können Dinge gesagt oder auch verschwiegen werden. Dieses Wissen ist für die Erschließung von Bildern und literarischen Texten entscheidend. Zudem entwickelt sich hier die Kreativität und Phantasie eines Kindes. Daher sollten Schatzkisten, die gefunden werden, schön wieder zurück gelegt werden. Und wenn größere Geschwister ein Geheimnis teilen, sollten sie nicht gezwungen werden, das kleine Geschwisterkind einzuweihen. So funktionieren Geheimnisse nun einmal nicht. Schöner ist es aber tatsächlich, wenn es familieninterne Geheimnisse gibt. Zum Beispiel eine eigene Sprache oder eine Geschichte, die nur die Familie kennt.

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