Ideal zum träumen
Warum Mädchen Prinzessinen lieben

Vorbild für Mädchen
Prinzessinen sind ideal zum Träumen. Sie wohnen in einem riesigen Schloss, haben Geld, sehen gut aus, tanzen auf Bällen und haben Pferde. Kaum ein Mädchen träumt nicht von solch einem Leben. Wenn die Prinzessin dann noch Zauberkräfte besitzt, ist das Glück perfekt. Mädchen durchleben bei ihrer Begeisterung für Prinzessinen zwei Phasen. In der ersten Phase wollen sie die Prinzessin sein. Sie träumen sich in ihre Welt und werden eins mit ihr. In der zweiten Phase sind die Mädchen bereits gereift. Nun wollen sie sie selbst bleiben, aber Eigenschaften oder Fähigkeiten der Prinzessin besitzen. Sie bewundern nun diejenigen Prinzessinen, die ihnen am ähnlichsten sind.
Diese Begeisterung für Prinzessinen herrscht seit unzähligen Generationen bei jungen Mädchen vor. Und das weltweit. Die Eigenschaften der Prinzessinen sind von Land zu Land verschieden. Doch in China sind Mädchen ebenso von rosa Prinzessinen begeistert wie in Deutschland, Norwegen oder den USA. Deswegen sind die Geschichten der Brüder Grimm weltweit so erfolgreich. Hier wimmelt es nur so von Prinzessinen.
Vorbild oder Gefahr?
Prinzessinen haben viele positive Eigenschaften. So sind sie im Märchen stets schön und gut. Die böse Stiefmutter hingegen ist zumindest unsympathisch. Die böse Hexe schließlich ist alt und hässlich. Es gibt in Märchen eine klare Unterscheidung von Gut und Böse. Das vermittelt den Mädchen ein klares Weltbild. Außerdem hilft es ihnen dabei, sich selbst zu finden. Zudem siegt in Märchen in annähernd allen Fällen das Gute. Die Geduld, der Fleiß oder die Tugend der Prinzessin wird sets belohnt. Das Böse wird besiegt und die Prinzessin bekommt ihren Traumprinzen. Gut zu sein zahlt sich in Märchen immer aus. Nicht zuletzt helfen Prinzessinen den Mädchen, mit dem eigenen „Schicksal“ besser fertig zu werden. Mithilfe im Haushalt? Früh ins Bett gehen? Das lässt sich besser aushalten, wenn man weiß, dass Aschenputtel auch hart arbeiten und Dornröschen sogar 100 Jahre schlafen musste.
Doch Prinzessinen sind nicht nur positiv. So sind sie in den Märchen meist sehr unselbständig. Sie sind abhängig von einem starken Prinzen, der sie erlöst. Des Weiteren verkörpern Prinzessinen ein althergebrachtes Frauenklischee. Aschenputtel und Schneewitchen sind die typischen Hausfrauen. Sie können gut kochen, putzen und den Haushalt schmeißen. Ohne zu klagen ergeben sie sich in diese Rolle. Nachdem sie aus ihrem Schicksal befreit wurden, sind sie nur noch als Zierde des höfischen Lebens oder des Prinzen gut.
Wie Sie die Begeisterung für Prinzessinen nutzen können
Dennoch sind Prinzessinen beliebt wie eh und je. Die Vorbildfunktion ist jungen Mädchen offensichtlich nicht so wichtig. Vielmehr geht es ihnen darum, dass sie mit ihren Prinzessinen träumen dürfen. Sie können sich in Rosa kleiden und Fähigkeiten entwickeln, die ihnen in der wahren Welt verschlossen bleiben. Prinzessinen stärken somit die Phantasie.
Diese Tatsache können Sie sich als Eltern zunutze machen. Spielen Sie mit Ihrem Kind einmal die Geschichten der Gebrüder Grimm nach. In solchen Rollenspielen können Sie Variationen vornehmen. Schneewitchen isst den Apfel nicht oder Dornröschen sticht sich nicht an der Spindel. Die Tricks der bösen Stiefmütter werden durchschaut und umgekehrt. Ihr Kind kann so zu einer starken, selbstbewussten und unabhängigen Prinzessin werden. Und das, ohne dass das Zauberhafte und Magische der Rolle verloren geht. Zugleich trainiert Ihr Kind seine Phantasie. Und wenn es ihm doch nur um rosa Kleider, eine Krone und ein Zepter geht: Auch gut. Dann erlebt Ihr Kind echte Begeisterung und Liebe für eine Figur, von der es auch im Alltag zehren
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