Scheidung mit Kind

Scheidung tut weh ... auch dem Kind!

Besonders viele Paare trennen sich oder lassen sich scheiden, oft nach Jahren, oft mit Kindern. Nicht immer wird dabei auf die Kinder genügend Rücksicht genommen. Was ist in dieser Situation besonders zu beachten?

Scheidung mit Kind

Wenn sich Eltern trennen oder sogar scheiden lassen, dann tut das weh. In den meisten Fällen ist dies aber nicht nur für die (ehemaligen) Lebenspartner eine schmerzhafte Erfahrung, sondern auch und besonders sind es immer wieder die Kinder, die unabhängig von ihrem Alter darunter leiden.

Wie sollen sich die Eltern in dieser Situation verhalten? Sollen sie trotz aller Querelen des Kindes wegen zusammenbleiben? Wie sollen sie in der Trennungsphase selbst und wie danach mit ihrem Kind umgehen? Und wie ist die Empfindung des Kindes selbst in dieser Lage?

Im Jahr 2007 haben E. Rechberger, V. Schürz und R. Tauschek in ihrem Internetartikel „Wie wirken sich Trennung und Scheidung auf Kinder und Jugendliche aus?“ österreichische Veröffentlichungen von H. Figdor und L. Türkmen-Barta präsentiert (vgl. unten die Quellenangaben), die sich eben genau mit der Problematik von Eltern und Kindern in Trennungssituationen befassen. Ihre Erkenntnisse seien im Folgenden in aller Kürze zusammengefasst.

Trennung ja oder nein?

Kinder sollten keinesfalls dafür ausschlaggebend sein, ob sich die Eltern nun trennen sollten oder nicht. Sicher ist eine Trennung schlimm für alle Beteiligten, aber wenn eine solche trotz ständig angespannter und aggressiver Familiensituation „nur“ des Kindes wegen unterbleibt, wird dieses Kind in der Folgezeit wohl nur um so mehr leiden. Die psychischen Auswirkungen, die das Kind dabei davontragen könnte, dürften im Allgemeinen schwerer wiegen als solche, die nach einer „gelungenen“ Trennung mit positivem weiteren Verlauf für die Partner entstehen könnten. Jedenfalls sollten das Verhalten und die Äußerungen des Kindes aber weitestgehend berücksichtigt und nicht ignoriert oder gar bekämpft werden.

Natürlich dürfen die Kinder aufgrund der Trennung keine Schuldgefühle bekommen, was bedeutet, dass die Eltern ihnen ganz deutlich klarmachen sollten, dass sie auf keinen Fall eine Ursache für die Trennung sind bzw. waren, sondern dass das Ganze eine Sache ist, für die alleine die Eltern verantwortlich sind. Das besondere Problem hierbei ist allerdings, dass gerade in dieser Situation, in der das Kind die meiste Zuwendung seitens der Eltern bräuchte, die Eltern selbst psychisch und emotional schon genug mit sich selbst zu tun haben und ihnen daher eventuell das nötige Feingefühl fehlen kann.

Verschiedene Phasen der Trennung

Die Trennung der Partner unterteilt sich in mehrere Phasen. So folgt der vorbereitenden Gesprächsphase, in der die Trennung zum Thema wird, die Entschlussphase, wo die Trennung dann tatsächlich beschlossen wird. Nach der Trennungsphase selbst, die oft noch von Streitereien und Wut, andererseits aber auch von entnervenden bürokratischen Anstrengungen begleitet wird, kommt es gewöhnlich zur Trauerphase, die bis um drei Jahre herum andauern kann. Im Anschluss hieran folgt dann die Phase der Normalisierung, in der Alltag und seelisches Gleichgewicht zurückkommen.

Unterschiedliche Perspektiven beachten

Grundsätzlich werden die Kinder immer versuchen zu verhindern, dass sich die Eltern trennen, wozu sie verschiedene Strategien anwenden: So suchen sie z.B. deren Aufmerksamkeit, werden krank oder verhalten sich ausgesprochen brav. Darüber hinaus sind je nach Altersstufe unterschiedliche Umgangsweisen mit den Kindern in der Trennungssituation nötig. Während Kleinkinder vor allem Sicherheit in dieser für sie vermeintlich unsicheren Zeit brauchen, gilt es Kinder, die sich im Schulalter und damit in einer für die weitere Entwicklung besonders wichtigen Zeit befinden, so wenig wie möglich mit der Krisensituation zu belasten.

Ist das Kind bereits im Jugendalter, dann wird es vielleicht aufgrund seiner in dieser Periode stattfindenden Persönlichkeitssuche dem alten, zusammenbrechenden Zuhause zu entfliehen versuchen – eine Angelegenheit, die für die ohnehin angespannten Nerven der Eltern dann noch eine große zusätzliche Belastung werden kann.

Scheidung tut eben weh, und zwar der ganzen Familie. In schwierigen Fällen sollte man sich also nicht scheuen, auch fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Familienberatungen, Familientherapien oder auch Mediation bieten solche Hilfe an.

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