Gewünschtes Verhalten verstärken
Rund um Erziehungsmaßnahmen

Erziehung - Lob oder Tadel?
Ein Kind löst durch sein Verhalten Reaktionen bei anderen aus. Das muss ihm erst einmal deutlich werden. Hierfür sind Ich-Botschaften sinnvoll. Bei diesen wird die Wirkung eines Verhaltens des Kindes auf andere ausgesprochen. Das Kind selbst wird hierbei nicht bewertet. Beispielsweise wenn das Kind nicht essen will. Dann können Sie sagen: „Ich finde es traurig, dass du nicht essen willst. Ich habe mir beim Kochen solche Mühe gegeben.“ Das Kind versteht, was sein Verhalten bei Ihnen auslöst. Oder wenn das Kind bockt und nicht auf sie hört. Dann könnte eine Ich-Botschaft sein: „Ich werde richtig wütend, wenn du nicht auf mich hörst.“ Ihr Kind wird nicht direkt kritisiert. Doch es merkt, dass es durch sein Verhalten Einfluss auf andere nimmt.
Beim aktiven Zuhören geht es um die Wertschätzung des Gesagten des Kindes. Sie wiederholen mit eigenen Worten das Gesagte, um zu signalisieren, dass sie es verstanden haben. Gleichzeitig kann Ihr Kind seine Worte aus einem anderen Mund hören und überdenken. Hierbei ist ein ruhiger Rahmen hilfreich. Sie sollten nicht gestresst sein. Ansonsten kann Ihr Kind das aktive Zuhören als Parodie empfinden. Versuchen Sie, eine möglichst gleichberechtigte Ebene zu finden. Beispielsweise, indem Sie sich zu Ihrem Kind auf den Boden setzen. Vermeiden Sie Bewertungen und eigene Gefühle. Ihr Kind soll über seine Worte selbst nachdenken.
Lob und Belohnung
Diese Erziehungsmaßnahmen dienen der Verstärkung eines erwünschten Verhaltens. Entweder dadurch, dass ein Verhalten eine angenehme Situation bewirkt. Oder dadurch, dass ein Verhalten eine unangenehme Situation verhindert. Sie können also erwünschtes Verhalten durch Süßigkeiten, Ausflüge oder Erlebnisgeschenke verstärken. Ihr Kind möchte diese positive Reaktion immer wieder erleben und verhält sich entsprechend. Sie können als Belohnung aber auch unangenehme Dinge verhindern. Zum Beispiel, indem Ihr Kind von lästigen Hausarbeiten befreit wird. Allerdings sollten Sie mit dieser Art der Verstärkung vorsichtig umgehen. Zum einen, weil sie schnell zur Routine werden kann. Die Belohnungen sind dann nichts Besonderes mehr. Zum anderen, weil Ihr Kind sonst nur noch etwas der Belohnung wegen tut. Auch sollten Sie auf den Ort achten. Eine Belohnung oder ein Lob vor den Freunden des Kindes kann eher peinlich als verstärkend sein.
Bestrafung
Bei der Bestrafung soll ein unerwünschtes Verhalten unattraktiv gemacht werden. Wie bei der Belohnung gibt es zwei Arten der Bestrafung. Entweder zieht ein Verhalten eine negative Konsequenz nach sich. Oder eine angenehme Situation wird beendet. Beispielsweise muss ihr Kind zusätzliche, unangenehme Aufgaben übernehmen. Oder es darf nicht mehr fernsehen oder Freunde treffen.
Diese Erziehungsmaßnahme sollte nur mit Bedacht eingesetzt werden. Denn sie kann das Eltern-Kind-Verhältnis nachhaltig stören. Insbesondere, wenn sie willkürlich eingesetzt wird. Außerdem wird das unerwünschte Verhalten oft nur unterdrückt. Das Kind sieht nicht ein, warum es sich falsch verhalten hat. Es möchte einfach nur die Bestrafung vermeiden. Vielleicht entwickelt es hierfür sogar andere Verhaltensweisen. Beispielsweise lügen, schmeicheln oder Flucht. Gelegentlich führt Bestrafung zu Trotzreaktionen. Das Kind verhält sich absichtlich falsch, um Zuneigung und Aufmerksamkeit zu gewinnen. Nicht zuletzt schädigt zu häufige Bestrafung das Selbstbewusstsein eines Kindes.
Erfolgserlebnisse
Dies ist die ideale Form der Belohnung. Denn sie geht nicht vom Erzieher aus. Das Kind empfindet selbst Stolz für eine erbrachte Leistung. Etwa, wenn es zum ersten Mal eine eigene Speise zubereitet, sein Zimmer aufgeräumt oder etwas Erlerntes angewendet hat. Anders als bei der Belohnung, steht die Sache selbst im Zentrum. Ihr Kind ist begeistert von seiner Leistung selbst. Nicht von der positiven Konsequenz. Somit wächst sein Selbstvertrauen und es wird von Ihnen unabhängiger. Für möglichst viele Erfolgserlebnisse zu sorgen ist daher eine sehr wichtige Erziehungsmethode.
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