Sparbuch oder Aktie?
Richtig Geld anlegen für Kinder

Geldanlage für Kinder
Familie Schulte hat zwei Kinder, das dritte ist unterwegs. Papa Schulte hat sich als Anwalt gerade selbständig gemacht. Mama Schulte macht das Familienmanagement. Das Geld ist knapp, die Zukunft ungewiss. Und Kinder sind teuer. Fast 600 Euro monatlich geben Eltern laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich für ihr Kind aus. Wollen die Kinder studieren, schlägt das je nach Fachrichtung mit 25.000 bis 50.000 Euro zu Buche. Auslandsaufenthalte und Studiengebühren nicht eingerechnet. Deswegen wollen die Schultes jetzt schon vorsorgen. Und das ist sinnvoll. Denn schon mit kleinen Beträgen können mit der Zeit ordentliche Summen zusammengespart werden. Wer zum Beispiel 15 Jahre lang 50 Euro im Monat zurücklegt, kommt bei einer Verzinsung von vier Prozent im Jahr auf 12.270 Euro. Das ist immerhin fast die Hälfte der Kosten für ein Studium. Die Wege zu einem finanziellen Polster für die Ausbildung der Kinder sind vielfältig. Generell kann man eine grobe Einteilung machen in Ausbildungsversicherungen, Banksparpläne und Aktien- und Rentenfonds.
Der Klassiker: die Ausbildungsversicherung
Sie heißen Biene-Maja-Schutzbrief und Teddy-Versicherung. Hinter den süßen, kindgerechten Namen verbirgt sich allerdings Marketing. Eine Ausbildungsversicherung mit kombinierter Kapitallebensversicherung inklusive Todesfallschutz ist eine Möglichkeit der Geldsparanlage. Hier schließen Eltern oder Verwandte die Versicherung mit einem festen Auszahlungstermin ab. Meist ist das der 18. Geburtstag des Kindes. Der monatliche Beitrag kann 25, 50 oder mehr Euro umfassen. Stirbt der oder die BeitragszahlerIn vor dem vereinbarten Auszahlungszeitpunkt, kann der Vertrag beitragsfrei weiterlaufen. Diese Form der Finanzvorsorge hat Vor- und Nachteile. Die Laufzeit sollte mindestens zwölf Jahre betragen. Denn so muss der Versicherungsnehmer keine Kapitalsteuer abführen. Die Verzinsung ist dabei, abhängig von der gewählten Anlageform der Versicherung unterschiedlich hoch. Die Rendite kann sich zwischen zwei und fünf Prozent bewegen. Das angesparte Geld ist für jedoch für längere Zeit nicht abrufbar. Das sollten Eltern sich gut überlegen. Denn in der heutigen Zeit ist die Gefahr von Arbeitslosigkeit groß, die berufliche Zukunft nur schwer vorhersehbar. Wollen Eltern den Vertrag vorzeitig kündigen, ist der finanzielle Verlust bei dieser Form der Versicherung recht groß. Die trotzdem anfallenden Gebühren reduzieren erheblich das angesparte Kapital.
Banksparpläne
Banksparpläne sind flexibler als Ausbildungsversicherungen und bringen ebenfalls eine Rendite bis zu fünf Prozent. Der Sparer zahlt monatlich einen festen Betrag auf ein Konto ein. Die Verzinsung ist je nach Sparplan unterschiedlich. Wer also bis zur Volljährigkeit seines Kindes monatlich 50 Euro zurücklegt, kommt am Ende auf rund 17.400 Euro und hat 6.500 Euro Zinsen bekommen. Allerdings wird die Verzinsung meistens nicht garantiert, da auch die Banken das eingesparte Geld reinvestieren und an Aktien- und Rentenmärkten spekulieren. Wichtig bei Banksparplänen: Klären Sie im Vorfeld, ob die Rate geändert oder ausgesetzt werden kann. Vorteil: Sie können ohne Verluste mit drei Monaten Frist kündigen. Diese Anlageform variiert von Bank zu Bank.
Aktien- und Rentenfonds
Wer hochflexibel sein will und eine hohe Rendite möchte, kann den Sparplan für seine Kinder selbst in die Hand nehmen. Dieser Weg eignet sich für risikofreudige Anleger genauso wie für konservative. Bei der Geldanlage in Fonds ist das Risiko je nach Aktienanteil größer. Vorteil: Sie können jederzeit über das Kapital verfügen und frei entscheiden, wann und wie viel Sie einzahlen. Wichtig: Weniger risikofreudige Anleger sollten das gesparte Geld - rechtzeitig bevor es gebraucht wird - in sicherere Wertpapiere wie z.B. Rentenkurzläufer übertragen. Wer die Zukunft seines Kindes finanziell absichern möchte, sollte früh mit dem Sparen beginnen und den Zinseszinseffekt nutzen. So steht einer sicheren Zukunft ihres Kindes nichts mehr im Wege.
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