Kinder Grenzen setzen
Kinder brauchen und wollen klare Regeln

Regeln im Familienalltag
Kinder finden sich durch Regeln in der Welt zurecht
Die Welt ist groß und schwer zu begreifen. Dies gilt teilweise auch für uns Erwachsene. Ganz besonders aber für Kinder. Für sie ist alles neu. Vieles, was für uns selbstverständlich ist, müssen sie erst noch lernen. Klare Regeln helfen dabei.Ohne Regeln hat das Kind nichts zum Festhalten. Antiautoritäre Erziehung meint es nur gut. Das Kind soll seinen eigenen Weg gehen. Daher will man ihm nichts vorschreiben oder es in seinen Möglichkeiten begrenzen. Doch ganz ohne Regeln geht es nicht. Ein Kind ohne Grenzen wird sich alleingelassen fühlen. Es hat keine Anhaltspunkte, an denen es sich in der Welt orientieren kann. Es wird immer mehr fordern und immer streitsüchtiger werden. Doch in Wahrheit fordert es keine Geschenke. Es fordert Grenzen ein.
Aber auch das andere Extrem ist schlecht. Durch zu viele Regeln werden Kinder in ihrer freien Entwicklung unterdrückt. Sie werden Angst haben, irgendetwas zu tun. Sie werden immer nur nach den Regeln leben und tun, was man ihnen sagt. Oder aber, sie brechen bewusst aus. Dann sind Familienkonflikte vorprogrammiert. Ein gesunder Mittelweg muss also gefunden werden.
Klare Regeln aufstellen…
Welche Regeln sollte man aufstellen? Das lässt sich allgemein nur schwer beantworten. Das Kind darf nicht an Steckdosen oder den Herd. Fenster sind tabu. Das sind in jedem Fall wichtige Regeln. Anderes ist Geschmackssache. Müssen immer Hausschuhe getragen werden? Muss jedes Spielzeug immer gleich weggeräumt werden? Darf das Kind in seine Bilderbücher malen? Sie als Eltern sollten für sich entscheiden, welche Regeln unbedingt wichtig sind. Diese Regeln müssen Sie Ihrem Kind dann klar vermitteln. Sagen Sie ihm, dass das Spielzeug weggeräumt werden soll. Erklären Sie auch immer die Gründe hierfür. Über Spielzeug am Boden kann man stolpern. Bei gefährlichen Dingen, sollten Sie sehr streng sein. Zum Beispiel, wenn Ihr Kind an den Herd geht. Setzen sie ein ernstes Gesicht auf und sagen Sie ganz resolut und etwas lauter: Nein! Ihr Kind muss merken, dass es etwas ganz schlimmes tut. Wenn es dann weint, nehmen Sie es aber in den Arm. Erklären Sie ihm auch hier, warum es das nicht darf. Es kann sich böse verbrennen. Kinder können sich Regeln am besten merken, wenn sie deren Sinn verstehen.
…und konsequent umsetzen
Das etablieren von Regeln ist wichtig. Doch mindestens genauso entscheidend ist die konsequente Umsetzung. Ausnahmen sollte es nicht geben. Denn Ihr Kind wird ansonsten häufiger Ausnahmen fordern. Man kann sich das konsequente Umsetzen der Regeln antrainieren. Am besten fängt man schon sehr früh damit an. Ein Kleinkind sollte zum Beispiel immer zur gleichen Zeit ins Bett gebracht werden. Auch die Rituale hierbei sollten immer gleich ablaufen. Hierdurch erkennt das Kind, dass es feste Regeln gibt. Und auch Sie gewöhnen sich an einen geregelten Tagesablauf.
Natürlich müssen auch Sie als Eltern die Regeln befolgen. Wenn das Kind Hausschuhe tragen soll, müssen Sie das auch tun. Das Kind wird Sie bald darauf aufmerksam machen, wenn Sie es nicht tun. Dann sollten Sie es nicht einfach abwimmeln. Entschuldigen Sie sich und ziehen Sie sich Hausschuhe an. Nicht zuletzt sollten sie möglichst entspannt bleiben. Für Kinder muss man Regeln oft unzählige Male wiederholen. Und selbst dann versuchen sie noch manchmal, sie zu umgehen. Zwei Verhaltensweisen sind für Eltern dabei ungemein wichtig. Sie dürfen nicht nachgeben und nicht aggressiv werden. Versuchen Sie, dem Kind die Wichtigkeit der Regeln klarzumachen. Gelingt dies nicht, müssen Sie auch einen Wutanfall in Kauf nehmen. Bleiben Sie aber auch hierbei ruhig und trösten Sie das Kind. Das ist nicht immer leicht, aber unglaublich wichtig.
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