Familienzuwachs

Geschwistereifersucht - was tun?

Sie streiten sich, sie vertragen sich. Geschwister haben eine ganz besondere Beziehung zueinander. Doch aller Anfang ist schwer. Kommt ein neues Geschwisterchen auf die Welt, gibt es oft Probleme. Wie Eltern ihr Kind auf das neue Baby vorbereiten können. Warum Eifersucht eine ganz normale Reaktion der Erstgeborenen ist. Und warum die Väter eine wichtige Rolle spielen.

Geschwistereifersucht ist normal

Das erstgeborene Kind ist für alle Eltern etwas ganz Besonderes. Die Geburt, die ersten Schritte, das erste Wort. All das erleben Eltern besonders intensiv. Das Kind steht in dieser Zeit ganz allein im Mittelpunkt des Familiengeschehens. Es genießt die volle Aufmerksamkeit von Mama und Papa. Bis zu dem Tag, an dem ein Geschwisterchen auf dem Weg ist.

Wann und wie dem Kind sagen?

Ein neues Geschwisterchen bedeutet Veränderung. Für Eltern und Kind. Eltern sollten sich darüber bewusst sein, dass die Nachricht von dem neuen Familienmitglied immer zu einer Verunsicherung des Kindes führt. Kleine Kinder spüren unbewusst, dass irgendetwas anders ist. Ältere Kinder haben Angst, dass Mama und Papa das neue Baby viel lieber haben könnten. Um die Sorgen und Ängste ihres Kindes auffangen zu können, sollten Eltern für die große Neuigkeit eine entspannte Situation schaffen. Ein Sonntagmorgen im Elternbett oder ein Picknick im Park. Wichtig ist, dass Sie sich Zeit und Ruhe für ihr Kind nehmen. Wann Eltern ihrem Kind den Nachwuchs am besten mitteilen, hängt vom Alter des Kindes ab. Generell kann man sagen: je jünger das erstgeborene Kind ist, desto länger können Eltern mit der Nachricht von dem neuen Baby warten. Bei Kindern bis zu zwei Jahren genügt es, in den letzten Monaten der Schwangerschaft das neue Geschwisterchen anzukündigen. Damit schützen Sie Ihr Kind vor zu früher Aufregung. Im Kindergartenalter nehmen Kinder die Schwangerschaft mit dem sichtbaren Wachsen des Bauches wahr. Ungefähr ab dem fünften Monat sollten Eltern ihrem Kind daher erklären, was vor sich geht. Ab dem fünften Lebensjahr sollte man nichts mehr verheimlichen. Kinder verstehen in diesem Alter vieles, worüber Erwachsene sprechen.

Bereiten Sie Ihr Kind auf ein Geschwisterkind vor

Je älter das Kind, desto größer ist der Erklärungsbedarf. Hier können Bilderbücher sehr hilfreich sein. Nehmen Sie sich die Zeit und schauen Sie gemeinsam Bücher zu dem Thema an. So können Kinder besser verstehen, was da eigentlich passiert in Mamas Bauch. Oft kommen dann auch Fragen über die eigene Geburt auf. War ich auch mal in deinem Bauch, Mama? Wie bin ich denn da raus gekommen? Schauen Sie doch noch einmal die alten Fotos an, als ihr Kind selber noch ein Baby war. Neben dem Erklärungsbedarf können Sie ihr Kind aber auch in die praktischen Vorbereitungen mit einbeziehen. Wo soll das Baby schlafen? Wo wird es gewickelt? Welche Farbe soll die Bettwäsche haben? Bei diesen Fragen haben auch die Kleinen schon eine Meinung. So wird das ungeborene Baby schon vor der Geburt ein Teil der Familie.  

Eifersucht ist eine normale Reaktion bei Kindern

Eines Tages ist es dann soweit. Das neue Geschwisterchen ist da. Auf einmal dreht sich alles nur noch um das Baby. Mama ist ständig beschäftigt und das Baby kann mit seinem Geschrei ganz schön nerven. Das kann zu purer Enttäuschung bei ihrem Erstgeborenen führen. Sätze wie: „Können wir es nicht zurück geben?“ sind keine Seltenheit. Eltern sollten das ihren Kindern aber keinesfalls übel nehmen. Denn zu der Enttäuschung über das Baby kommt die Eifersucht. Eine ganz normale Reaktion. Ihr Kind ist verunsichert. Es weiß plötzlich nicht mehr sicher, ob Mama und Papa es noch genauso lieb haben wie das Baby. Oft versuchen Kinder dann, durch negatives Verhalten auf sich aufmerksam zu machen. Sie hängen vielleicht mehr an Mamas Rockzipfel als sonst, sind bockig oder nehmen „babyhaftes Verhalten“ wie Daumenlutschen an. Versuchen Sie das Verhalten Ihres Kindes zu verstehen und ruhig zu bleiben. In dieser ersten Zeit spielen dabei die Väter eine wichtige Rolle. Wenn Mama stillt oder sich um das Neugeborene kümmert, kann sich Papa intensiv mit dem Kind  beschäftigen. So bekommt auch das Erstgeborene genügend Aufmerksamkeit und nach einer Eingewöhnungsphase wird sich das Familienleben eingespielt haben.

 

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